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Personenbeförderungsgesetz
Datum: 21. März 1961
Fundstelle: BGBl I 1961, 241
Textnachweis Geltung ab: 1.10.1983
Stand: Neugefasst durch Bek. v. 8. 8.1990 I 1690;
zuletzt geändert durch Art. 49 G v. 21. 8.2002 I 3322
Maßgaben aufgrund des EinigVtr vgl. PBefG Anhang EV
I. Allgemeine Vorschriften
PBefG § 1 Sachlicher Geltungsbereich
(1) Den Vorschriften dieses Gesetzes unterliegt die entgeltliche oder geschäftsmäßige
Beförderung von Personen mit Straßenbahnen, mit Oberleitungsomnibussen (Obussen) und
mit Kraftfahrzeugen. Als Entgelt sind auch wirtschaftliche Vorteile anzusehen, die
mittelbar für die Wirtschaftlichkeit einer auf diese Weise geförderten Erwerbstätigkeit
erstrebt werden.
(2) Diesem Gesetz unterliegen nicht Beförderungen
1. mit Personenkraftwagen, wenn das Gesamtentgelt die Betriebskosten der Fahrt nicht
übersteigt;
2. mit Krankenkraftwagen, wenn damit kranke, verletzte oder sonstige hilfsbedürftige
Personen befördert werden, die während der Fahrt einer medizinisch fachlichen Betreuung
oder der besonderen Einrichtung des Krankenkraftwagens bedürfen oder bei denen solches
auf Grund ihres Zustandes zu erwarten ist.
PBefG § 2 Genehmigungspflicht
(1) Wer im Sinne des § 1 Abs. 1
1. mit Straßenbahnen,
2. mit Obussen,
3. mit Kraftfahrzeugen im Linienverkehr (§§ 42 und 43) oder
4. mit Kraftfahrzeugen im Gelegenheitsverkehr (§ 46)
Personen befördert, muß im Besitz einer Genehmigung sein. Er ist Unternehmer im Sinne
dieses Gesetzes.
(2) Der Genehmigung bedarf auch
1. jede Erweiterung oder wesentliche Änderung des Unternehmens,
2. die Übertragung der aus der Genehmigung erwachsenden Rechte und Pflichte (Genehmigungsübertragung)
sowie
3. die Übertragung der Betriebsführung auf einen anderen.
(3) Abweichend von Absatz 2 Nr. 2 dürfen im Verkehr mit Taxen die aus der Genehmigung
erwachsenden Rechte und Pflichten nur übertragen werden, wenn gleichzeitig das ganze
Unternehmen oder wesentliche selbständige und abgrenzbare Teile des Unternehmens übertragen
werden.
(4) Die Genehmigungsbehörde kann bei einem Linienverkehr nach § 43 dieses Gesetzes
und bei Beförderungen nach § 1 Nr. 4 Buchstaben d und i der Freistellungs-Verordnung
Befreiung vom Verbot der Mitnahme anderer Fahrgäste erteilen, wenn dies im öffentlichen
Verkehrsinteresse geboten und mit Rücksicht auf bestehende öffentliche Verkehrseinrichtungen
wirtschaftlich vertretbar ist.
(5) Einer Genehmigung bedarf es nicht zum vorübergehenden Einsatz von Kraftfahrzeugen
bei Notständen und Betriebsstörungen im Verkehr, insbesondere im Schienen-, Bergbahnoder
Obusverkehr. Wenn die Störungen länger als 72 Stunden dauern, haben die Unternehmer
der von der Störung betroffenen Betriebe der Genehmigungsbehörde (§ 11) Art, Umfang
und voraussichtliche Dauer eines solchen vorübergehenden Einsatzes von Kraftfahrzeugen
unverzüglich mitzuteilen.
(5a) Wer Gelegenheitsverkehre in der Form der Ausflugsfahrt (§ 48 Abs. 1) oder der
Ferienziel-Reise (§ 48 Abs. 2) plant, organisiert und anbietet, dabei gegenüber den
Teilnehmern jedoch eindeutig zum Ausdruck bringt, dass die Beförderungen nicht von
ihm selbst, sondern von einem bestimmten Unternehmer, der Inhaber einer Genehmigung
nach diesem Gesetz ist, durchgeführt werden, muss selbst nicht im Besitz einer Genehmigung
sein.
(6) Beförderungen, die in besonders gelagerten Einzelfällen nicht alle Merkmale einer
Verkehrsart oder Verkehrsform dieses Gesetzes erfüllen, können nach denjenigen Vorschriften
dieses Gesetzes genehmigt werden, denen diese Beförderungen am meisten entsprechen.
(7) Zur praktischen Erprobung neuer Verkehrsarten oder Verkehrsmittel kann die Genehmigungsbehörde
auf Antrag im Einzelfall Abweichungen von Vorschriften dieses Gesetzes oder von auf
Grund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften für die Dauer von höchstens vier Jahren
genehmigen, soweit öffentliche Verkehrsinteressen nicht entgegenstehen.
PBefG § 3 Unternehmer
(1) Die Genehmigung wird dem Unternehmer für einen bestimmten Verkehr (§ 9) und für
seine Person (natürliche oder juristische Person) erteilt.
(2) Der Unternehmer oder derjenige, auf den die Betriebsführung übertragen worden ist,
muß den Verkehr im eigenen Namen, unter eigener Verantwortung und für eigene Rechnung
betreiben. Die von der Landesregierung bestimmte Behörde kann in Einzelfällen Ausnahmen
zulassen.
(3) Sollen Straßenbahnbetriebsanlagen von einem anderen als dem Unternehmer gebaut
werden, kann die Genehmigung für ihren Bau und für die Linienführung (§ 9 Abs. 1 Nr.
1) dem anderen erteilt werden; die für den Unternehmer geltenden Vorschriften des Gesetzes
und der auf Grund des Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen sind entsprechend anzuwenden.
PBefG § 4 Straßenbahnen, Obusse, Kraftfahrzeuge
(1) Straßenbahnen sind Schienenbahnen, die
1. den Verkehrsraum öffentlicher Straßen benutzen und sich mit ihren baulichen und
betrieblichen Einrichtungen sowie in ihrer Betriebsweise der Eigenart des Straßenverkehrs
anpassen oder
2. einen besonderen Bahnkörper haben und in der Betriebsweise den unter Nummer 1 bezeichneten
Bahnen gleichen oder ähneln und ausschließlich oder überwiegend der Beförderung von
Personen im Orts- oder Nachbarschaftsbereich dienen.
(2) Als Straßenbahnen gelten auch Bahnen, die als Hoch- und Untergrundbahnen, Schwebebahnen
oder ähnliche Bahnen besonderer Bauart angelegt sind oder angelegt werden, ausschließlich
oder überwiegend der Beförderung von Personen im Orts- oder Nachbarschaftsbereich dienen
und nicht Bergbahnen oder Seilbahnen sind.
(3) Obusse im Sinne dieses Gesetzes sind elektrisch angetriebene, nicht an Schienen
gebundene Straßenfahrzeuge, die ihre Antriebsenergie einer Fahrleitung entnehmen.
(4) Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes sind Straßenfahrzeuge, die durch eigene
Maschinenkraft bewegt werden, ohne an Schienen oder eine Fahrleitung gebunden zu sein,
und zwar sind
1. Personenkraftwagen: Kraftfahrzeuge, die nach ihrer Bauart und Ausstattung zur Beförderung
von nicht mehr als neun Personen (einschließlich Führer) geeignet und bestimmt sind,
2. Kraftomnibusse: Kraftfahrzeuge, die nach ihrer Bauart und Ausstattung zur Beförderung
von mehr als neun Personen (einschließlich Führer) geeignet und bestimmt sind,
3. Lastkraftwagen: Kraftfahrzeuge, die nach ihrer Bauart und Einrichtung zur Beförderung
von Gütern bestimmt sind.
(5) Anhänger, die von den in Absatz 1 bis 4 genannten Fahrzeugen zur Personenbeförderung
mitgeführt werden, sind den sie bewegenden Fahrzeugen gleichgestellt. (6) Krankenkraftwagen
im Sinne dieses Gesetzes sind Fahrzeuge, die für Krankentransport oder Notfallrettung
besonders eingerichtet und nach dem Fahrzeugschein als Krankenkraftwagen anerkannt
sind.
PBefG § 5
(weggefallen)
PBefG § 6 Umgehungsverbot
Die Verpflichtungen des Unternehmers nach diesem Gesetz werden durch rechtsgeschäftliche
oder firmenrechtliche Gestaltungen oder Scheintatbestände, die zur Umgehung der Bestimmungen
des Gesetzes geeignet sind, nicht berührt.
PBefG § 7 Beförderung von Personen auf Lastkraftwagen und auf
Anhängern hinter Lastkraftwagen und Zugmaschinen
(1) Zu einer Personenbeförderung, die nach diesem Gesetz genehmigungspflichtig ist,
dürfen Lastkraftwagen sowie Anhänger jeder Art hinter Lastkraftwagen oder hinter Zugmaschinen
nicht verwendet werden.
(2) Die Genehmigungsbehörde kann in Einzelfällen Ausnahmen zulassen.
PBefG § 8 Förderung der Verkehrsbedienung und Ausgleich der Verkehrsinteressen
im öffentlichen Personennahverkehr
(1) Öffentlicher Personennahverkehr im Sinne dieses Gesetzes ist die allgemein zugängliche
Beförderung von Personen mit Straßenbahnen, Obussen und Kraftfahrzeugen im Linienverkehr,
die überwiegend dazu bestimmt sind, die Verkehrsnachfrage imStadt-, Vorort- oder Regionalverkehr
zu befriedigen. Das ist im Zweifel der Fall, wenn in der Mehrzahl der Beförderungsfälle
eines Verkehrsmittels die gesamte Reiseweite 50 Kilometer oder die gesamte Reisezeit
eine Stunde nicht übersteigt.
(2) Öffentlicher Personennahverkehr ist auch der Verkehr mit Taxen oder Mietwagen,
der eine der in Absatz 1 genannten Verkehrsarten ersetzt, ergänzt oder verdichtet.
(3) Die Genehmigungsbehörde hat im Zusammenwirken mit dem Aufgabenträger des öffentlichen
Personennahverkehrs (Aufgabenträger) und mit den Verkehrsunternehmen im Interesse einer
ausreichenden Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr
sowie einer wirtschaftlichen Verkehrsgestaltung für eine Integration der Nahverkehrsbedienung,
insbesondere für Verkehrskooperationen, für die Abstimmung oder den Verbund der Beförderungsentgelte
und für die Abstimmung der Fahrpläne, zu sorgen. Sie hat dabei einen vom Aufgabenträger
beschlossenen Nahverkehrsplan zu berücksichtigen, der vorhandene Verkehrsstrukturen
beachtet, unter Mitwirkung der vorhandenen Unternehmerzustandegekommen ist und nicht
zur Ungleichbehandlung von Unternehmern führt. Der Nahverkehrsplan hat die Belange
behinderter und anderer Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigung mit dem Ziel zu berücksichtigen,
für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs eine möglichst weitreichende Barrierefreiheit
zu erreichen; im Nahverkehrsplan werden Aussagen über zeitliche Vorgaben und erforderliche
Maßnahmen getroffen. Bei seiner Aufstellung sind Behindertenbeauftragte oder Behindertenbeiräte
der Aufgabenträger soweit vorhanden anzuhören. Dieser Nahverkehrsplan bildet den Rahmen
für die Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Aufstellung von Nahverkehrsplänen
sowie die Bestimmung des Aufgabenträgers regeln die Länder. Für Vereinbarungen von
Verkehrsunternehmen und für Beschlüsse und Empfehlungen von Vereinigungen dieser Unternehmen
gelten die §§ 1 und 22 Abs. 1 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen nicht, soweit
sie den Zielen des Satzes 1 dienen. Sie bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Anmeldung
bei der Genehmigungsbehörde, die diese Anmeldung an die Kartellbehörde weiterleitet.
§ 12 Abs. 1 und § 22 Abs. 6 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen gelten entsprechend.
Verfügungen der Kartellbehörde, die solche Vereinbarungen, Beschlüsse oder Empfehlungen
betreffen, ergehen im Benehmen mit der zuständigen Genehmigungsbehörde.
(4) Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr sind eigenwirtschaftlich
zu erbringen. Eigenwirtschaftlich sind Verkehrsleistungen, deren Aufwand gedeckt wird
durch Beförderungserlöse, Erträge aus gesetzlichen Ausgleichs- und Erstattungsregelungen
im Tarif- und Fahrplanbereich sowie sonstige Unternehmenserträge im handelsrechtlichen
Sinne. Soweit eine ausreichende Verkehrsbedienung nicht entsprechend Satz 1 möglich
ist, ist die Verordnung (EWG) Nr. 1191/69 des Rates vom 26. Juni 1969 über das Vorgehen
der Mitgliedstaaten bei mit dem Begriff des öffentlichen Dienstes verbundenen Verpflichtungen
auf dem Gebiet des Eisenbahn-, Straßen- und Binnenschiffsverkehrs (ABl. EG Nr. L 156
S. 1) in der
jeweils geltenden Fassung maßgebend. Wer zuständige Stelle im Sinne dieser Verordnung
ist, richtet sich nach Landesrecht; sie soll grundsätzlich mit dem Aufgabenträger nach
Absatz 3 identisch sein. Die Vorschrift des § 21 Abs. 3 Satz 1 bleibt unberührt.
II. Genehmigung
PBefG § 9 Umfang der Genehmigung
(1) Die Genehmigung wird erteilt
1. bei einem Verkehr mit Straßenbahnen für den Bau, den Betrieb und die Linienführung,
2. bei einem Verkehr mit Obussen für den Bau, den Betrieb und die Linienführung,
3. bei einem Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen für die Einrichtung, die Linienführung
und den Betrieb,
4. bei einem Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen für die Form des Gelegenheitsverkehrs
und den Betrieb mit bestimmten Kraftfahrzeugen unter Angabe ihrer amtlichen Kennzeichen.
(2) Soweit es die Zielsetzung des § 8 erfordert, kann in den Fällen des Absatzes 1
Nr. 1 bis 3 die Genehmigung für eine Linie oder für mehrere Linien gebündelt erteilt
werden.
(3) (weggefallen)
(4) Auf Grund einer Genehmigung zum Gelegenheitsverkehr mit Kraftomnibussen dürfen
auch die einem anderen Unternehmen des Gelegenheitsverkehrs genehmigten Kraftomnibusse
verwendet werden.
PBefG § 10 Entscheidung in Zweifelsfällen
Entstehen Zweifel darüber, ob eine Personenbeförderung den Vorschriften dieses Gesetzes
unterliegt oder welcher Verkehrsart oder Verkehrsform ein Verkehr zugehört oder wer
Unternehmer im Sinne des § 3 Abs. 1 und 2 ist, so entscheidet die für den Sitz des
Unternehmers zuständige, von der Landesregierung bestimmte Behörde.
PBefG § 11 Genehmigungsbehörden
(1) Die Genehmigung erteilt die von der Landesregierung bestimmte Behörde.
(2) Zuständig ist
1. bei einem Straßenbahn-, Obusverkehr oder einem Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen
dieGenehmigungsbehörde, in deren Bezirk der Verkehr ausschließlich betrieben werden
soll,
2. bei einem Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen die Genehmigungsbehörde, in deren
Bezirk der Unternehmer seinen Sitz oder seine Niederlassung im Sinne des Handelsrechts
hat.
(3) Soll ein Straßenbahn-, Obusverkehr oder ein Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen in
den Bezirken mehrererGenehmigungsbehörden desselben Landes betrieben werden, so ist
die Genehmigungsbehörde zuständig, in deren Bezirk die Linie ihren Ausgangspunkt hat.
Bestehen Zweifel über die Zuständigkeit, so wird die zuständige Genehmigungsbehörde
von der von der Landesregierung bestimmten Behörde benannt. Die zuständige Genehmigungsbehörde
trifft ihre Entscheidung im Einvernehmen mit den an der Linienführung beteiligten Genehmigungsbehörden;
Genehmigungsbehörden, deren Bezirke im Transit durchfahren werden, sind nicht zu beteiligen.
Kommt ein Einvernehmen nicht zustande, so entscheidet die von der Landesregierung bestimmte
Behörde.
(4) Soll ein Straßenbahn-, Obusverkehr oder Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen in mehreren
Ländern betrieben werden, so ist Absatz 3 Satz 1 und 3 entsprechend anzuwenden. Bestehen
zwischen den beteiligten Ländern Zweifel über die Zuständigkeit und kommt eine Einigung
der obersten Landesverkehrsbehörden darüber nicht zustande, so entscheidet auf Antrag
einerbeteiligten obersten Landesverkehrsbehörde das Bundesministerium für Verkehr,
Bau- und Wohnungswesen. Das gleiche gilt, wenn über die Entscheidung eines Genehmigungsantrags
zwischen den Genehmigungsbehörden der beteiligten Länder ein Einvernehmen nicht hergestellt
und auch ein Einvernehmen zwischen den obersten Landesverkehrsbehörden darüber nicht
erzielt werden kann.
PBefG § 12 Antragstellung
(1) Der Antrag auf Erteilung der Genehmigung soll enthalten
1. in allen Fällen
a) Namen sowie Wohn- und Betriebssitz des Antragstellers, bei natürlichen Personen
außerdem Geburtstag und Geburtsort,
b) Angaben darüber, ob der Antragsteller bereits eine Genehmigung für eine Verkehrsart
besitzt oder besessen hat,
c) eine Darstellung der Maßnahmen zur Erreichung der möglichst weitreichenden barrierefreien
Nutzung des beantragten Verkehrs entsprechend den Aussagen im Nahverkehrsplan (§ 8
Abs. 3 Satz 3);
2. bei einem Straßenbahn- oder Obusverkehr
a) eine Übersichtskarte, in der die beantragte Strecke mit Haltestellen und alle in
dem Verkehrsgebiet bereits vorhandenen Schienenbahnen, Obuslinien, Kraftfahrzeuglinien
und Schiffahrtslinien, letztere soweit sie dem Berufsverkehr dienen, eingezeichnet
sind,
b) Beförderungsentgelte und Fahrplan,
c) auf Verlangen der Genehmigungsbehörde einen Bauplan mit Kostenanschlag sowie Beschreibung
der Anlage, Angaben über die höchste und tiefste Lage des Fahrdrahts, Längs- und Querschnitte
sowie Pläne für notwendige Änderungen an öffentlichen Straßen, Beschreibung der Fahrzeuge
einschließlich der Schaltpläne und der Betriebsweise;
3. bei einem Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen
a) eine Übersichtskarte in der unter Nummer 2 Buchstabe a beschriebenen Form,
b) die Länge der Linie, bei Unterwegsbedienung auch der Teilstrecken, in Kilometern,
c) Angaben über die Zahl, die Art und das Fassungsvermögen (Sitz- und Stehplätze) der
zu verwendenden Fahrzeuge,
d) Beförderungsentgelte und Fahrplan;
4. bei einem Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen
a) Verkehrsform des Gelegenheitsverkehrs (§ 46),
b) Angaben über die Zahl, die Art und das Fassungsvermögen (Sitzplätze) der zu verwendenden
Fahrzeuge.
(2) Dem Antrag sind Unterlagen beizufügen, die ein Urteil über die Zuverlässigkeit
des Antragstellers und die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Betriebs ermöglichen.
(3) Die Genehmigungsbehörde kann weitere Angaben und Unterlagen, insbesondere Vorlage
eines polizeilichen Führungszeugnisses, verlangen. Sie hat bei einem Antrag auf Erteilung
der Genehmigung von Linien- oder Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen das Kraftfahrt-Bundesamt
um Auskunft über den Antragsteller zu ersuchen.
(4) Das Genehmigungsverfahren soll im Falle des § 3 Abs. 3 erst dann eingeleitet werden,
wenn auch der Antrag auf Erteilung der Genehmigung für den Betrieb vorliegt. Die Verfahren
sind nach Möglichkeit miteinander zu verbinden.
PBefG § 13 Voraussetzung der Genehmigung
(1) Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn
1. die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit des Betriebs gewährleistet sind,
2. keine Tatsachen vorliegen, die die Unzuverlässigkeit des Antragstellers als Unternehmer
oder der für die Führung der Geschäfte bestellten Personen dartun, und
3. der Antragsteller als Unternehmer oder die für die Führung der Geschäfte bestellte
Person fachlich geeignet ist. Die fachliche Eignung wird durch eine angemessene Tätigkeit
in einem Unternehmen des Straßenpersonenverkehrs oder durch Ablegung einer Prüfung
nachgewiesen.
(2) Beim Straßenbahn-, Obusverkehr und Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen ist die Genehmigung
zu versagen, wenn
1. der Verkehr auf Straßen durchgeführt werden soll, die sich aus Gründen der Verkehrssicherheit
oder wegen ihres Bauzustandes hierfür nicht eignen, oder
2. durch den beantragten Verkehr die öffentlichen Verkehrsinteressen beeinträchtigt
werden, insbesondere
a) der Verkehr mit den vorhandenen Verkehrsmitteln befriedigend bedient werden kann,
b) der beantragte Verkehr ohne eine wesentliche Verbesserung der Verkehrsbedienung
Verkehrsaufgaben übernehmen soll, die vorhandene Unternehmer oder Eisenbahnen bereits
wahrnehmen,
c) die für die Bedienung dieses Verkehrs vorhandenen Unternehmer oder Eisenbahnen die
notwendige Ausgestaltung des Verkehrs innerhalb einer von der Genehmigungsbehörde festzusetzenden
angemessenen Frist und, soweit es sich um öffentlichen Personennahverkehr handelt,
unter den Voraussetzungen des § 8 Abs. 3 selbst durchzuführen bereit sind.
(2a) Im öffentlichen Personennahverkehr kann die Genehmigung versagt werden, wenn der
beantragte Verkehr mit einem Nahverkehrsplan im Sinne des § 8 Abs. 3 Satz 2 und 3 nicht
in Einklang steht.
(3) Ist ein Verkehr von einem Unternehmer jahrelang in einer dem öffentlichen Verkehrsinteresse
entsprechenden Weise betrieben worden, so ist dieser Umstand, im öffentlichen Personennahverkehr
unter den Voraussetzungen des § 8 Abs. 3, angemessen
zu berücksichtigen; das gilt auch im Fall des Absatzes 2 Nr. 2.
(4) Beim Verkehr mit Taxen ist die Genehmigung zu versagen, wenn die öffentlichen Verkehrsinteressen
dadurch beeinträchtigt werden, daß durch die Ausübung des beantragten Verkehrs das
örtliche Taxengewerbe in seiner Funktionsfähigkeit bedroht
wird. Hierbei sind für den Bezirk der Genehmigungsbehörde insbesondere zu berücksichtigen
1. die Nachfrage nach Beförderungsaufträgen im Taxenverkehr,
2. die Taxendichte,
3. die Entwicklung der Ertrags- und Kostenlage unter Einbeziehung der Einsatzzeit,
4. die Anzahl und Ursachen der Geschäftsaufgaben. Zur Feststellung der Auswirkungen
früher erteilter Genehmigungen auf die öffentlichen Verkehrsinteressen soll die Genehmigungsbehörde
vor der Entscheidung über neue Anträge einen Beobachtungszeitraum einschalten. Der
Beobachtungszeitraum soll höchstens ein Jahr seit der letzten Erteilung einer Genehmigung
betragen.
(5) Bei der Erteilung der Genehmigungen für den Taxenverkehr sind Neubewerber und vorhandene
Unternehmer angemessen zu berücksichtigen. Innerhalb der Gruppen sollen die Antragsteller
nach der zeitlichen Reihenfolge des Eingangs der Anträge berücksichtigt werden. Ein
Antragsteller wird unabhängig vom Zeitpunkt der Antragstellung nachrangig behandelt,
wenn er
1. das Taxengewerbe nicht als Hauptbeschäftigung zu betreiben beabsichtigt,
2. sein Unternehmen nicht als Hauptbeschäftigung betrieben hat oder innerhalb der letzten
acht Jahre ganz oder teilweise veräußert oder verpachtet hat oder
3. seiner Betriebspflicht nicht ordnungsgemäß nachgekommen ist. Einem Antragsteller
darf jeweils nur eine Genehmigung erteilt werden, sofern nicht mehr Genehmigungen erteilt
werden können, als Antragsteller vorhanden sind. Die Genehmigung ist Neubewerbern für
die Dauer von zwei Jahren zu erteilen; die aus der Genehmigung erwachsenden Rechte
und Pflichten dürfen während dieses Zeitraums nicht übertragen werden.
(6) Bei juristischen Personen des öffentlichen Rechts gelten die Genehmigungsvoraussetzungen
nach Absatz 1 als gegeben.
(7) Bei der Genehmigung in den Fällen des § 2 Abs. 2 Nr. 2 und 3 sind die Absätze 2,
4 und 5 Satz 1, 2, 4 und 5 nichtanzuwenden.
PBefG § 13a Voraussetzung der Genehmigung bei gemeinwirtschaftlichen
Verkehrsleistungen
(1) Die Genehmigung ist zu erteilen, soweit diese für die Umsetzung einer Verkehrsleistung
aufgrund einer Auferlegung oder Vereinbarung im Sinne der Verordnung (EWG) Nr. 1191/69
des Rates erforderlich ist und dabei diejenige Lösung gewählt worden ist, die die geringsten
Kosten für die Allgemeinheit mit sich bringt. § 13 Abs. 1 und 2 Nr. 1 sowie § 14 sind
anzuwenden. Als geringste Kosten für die Allgemeinheit im Sinne dieser Vorschrift gelten
die von der nach Landesrecht zuständigen Behörde nach den Vorschriften einer vom Bundesministerium
für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen nach § 57 Abs. 1 Nr. 7 erlassenen Verordnung ermittelten
Kosten der zu beurteilenden Verkehrsleistung.
(2) Die Genehmigung ist zu versagen, wenn für die Umsetzung der Verkehrsleistung im
Sinne des Absatzes 1 nicht diejenige Lösung gewählt worden ist, die die geringsten
Kosten für die Allgemeinheit mit sich bringt, oder bei der Auferlegung oder Vereinbarung
der Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt worden ist.
PBefG § 14 Anhörverfahren
(1) Vor der Entscheidung über den Antrag auf Erteilung der Genehmigung für die Beförderung
von Personen mit Straßenbahnen, Obussen oder mit Kraftfahrzeugen im Linienverkehr hat
die Genehmigungsbehörde
1. die Unternehmer, die im Einzugsbereich des beantragten Verkehrs Eisenbahn-, Straßenbahn-,
Obusverkehr oder Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen betreiben, zu hören;
2. die Stellungnahmen der im Einzugsbereich des beantragten Verkehrs liegenden Gemeinden,
bei kreisangehörigen Gemeinden auch der Landkreis, der örtlich zuständigen Träger der
Straßenbaulast, der nach Landesrecht zuständigen Planungsbehörden und der für die Gewerbeaufsicht
zuständigen Behörden sowie anderer Behörden, deren Aufgaben durch den Antrag berührt
werden, einzuholen;
3. die Industrie- und Handelskammern, die betroffenen Fachgewerkschaften und die Fachverbände
der Verkehrtreibenden gutachtlich zu hören; sie kann auch weitere Stellen hören.
(2) Vor der Entscheidung über den Antrag auf Erteilung einer Genehmigung für die Beförderung
von Personen mit Kraftfahrzeugen im Gelegenheitsverkehr hat die Genehmigungsbehörde
die Gemeinde, in deren Gebiet der Betriebssitz des Unternehmens liegt, die nach Landesrecht
für die Gewerbeaufsicht zuständige Behörde, die Industrie- und Handelskammer, die Fachgewerkschaften
und Verkehrsverbände gutachtlich zu hören. Sie kann auch weitere Stellen hören.
(3) Die Genehmigungsbehörde kann von der Durchführung des Anhörverfahrens absehen,
wenn sie aus eigener Kenntnis der Sachlage dem Antrag nicht entsprechen will. Wird
bei einem Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen ein Kraftfahrzeugaustausch beantragt,
ist davon abzusehen.
(4) Die in den Absätzen 1 und 2 genannten Personen und Stellen können sich zu dem Antrag
schriftlich gegenüber der Genehmigungsbehörde äußern. Stellungnahmen sind zu berücksichtigen,
wenn diese binnen zwei Wochen, nachdem die Behörde die Vorgenannten über den Antrag
in Kenntnis gesetzt hat, bei der Behörde eingehen.
(5) Bei Anträgen auf Erteilung einer Genehmigung für grenzüberschreitende Gelegenheitsverkehre
oder für Transitverkehre sind die Absätze 1 bis 4 nicht anzuwenden.
PBefG § 15 Erteilung und Versagung der Genehmigung
(1) Die Entscheidung über den Antrag erfolgt schriftlich; sie ist den Antragstellern
und, soweit diese Einwendungen erhoben haben, auch den in § 14 Abs. 1 Nr. 1 und 2 genannten
Personen und Stellen zuzustellen. Über den Antrag ist innerhalb von 3 Monaten nach
Eingang bei der Genehmigungsbehörde zu entscheiden. Kann die Prüfung des Antrags in
dieser Zeit nicht abgeschlossen werden, ist die Frist vor ihrem Ablauf in einem den
Antragstellern mitzuteilenden Zwischenbescheid um den Zeitraum zu verlängern, der notwendig
ist, um die Prüfung abschließen zu können. Die Verlängerung der in Satz 2 bezeichneten
Frist darf höchstens 3 Monate betragen. Die Genehmigung gilt als erteilt, wenn sie
nicht innerhalb der Frist versagt wird.
(2) Ist die Entscheidung über den Antrag unanfechtbar geworden, wird dem Antragsteller
eine Genehmigungsurkunde erteilt. Einer juristischen Person darf die Genehmigungsurkunde
erst ausgehändigt werden, wenn die Eintragung in das Register nachgewiesen ist.
(3) Die Genehmigung kann unter Bedingungen und Auflagen erteilt werden, sofern sich
diese Nebenbestimmungen im Rahmen des Gesetzes und der auf Grund dieses Gesetzes erlassenenRechtsverordnungen
halten.
(4) Die Genehmigung darf nicht vorläufig oder mit einem Vorbehalt des Widerrufs erteilt
werden.
(5) Die Genehmigungsbehörde hat die zuständige Berufsgenossenschaft von der Erteilung
der Genehmigung zu unterrichten. Die Anzeigepflicht des Unternehmers nach § 661 der
Reichsversicherungsordnung bleibt unberührt.
PBefG § 16 Geltungsdauer der Genehmigung
(1) Die Geltungsdauer der Genehmigung für Straßenbahn- und Obusverkehr ist so zu bemessen,
daß sie mindestens der gewöhnlichen Nutzungsdauer der Betriebsanlagen entspricht. Bei
Wiedererteilung der Genehmigung ist die Geltungsdauer so zu bemessen, daß sie mit Vereinbarungen
und Entscheidungen über die Benutzung öffentlicher Straßen nach § 31 Abs. 2 und 5 in
Einklang steht; sie beträgt höchstens 25 Jahre.
(2) Die Geltungsdauer der Genehmigung für Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen ist unter
Berücksichtigung der öffentlichen Verkehrsinteressen zu bemessen. Sie beträgt höchstens
acht Jahre. Im öffentlichen Personennahverkehr ist § 8 Abs. 3 zu beachten.
(3) Die Geltungsdauer der Genehmigung für Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen beträgt
höchstens vier Jahre.
PBefG § 17 Genehmigungsurkunde
(1) Die Genehmigungsurkunde muß enthalten:
1. Name, Wohn- und Betriebssitz des Unternehmers,
2. Bezeichnung der Verkehrsart, für die die Genehmigung erteilt wird, im Gelegenheitsverkehr
auch der Verkehrsform,
3. Geltungsdauer der Genehmigung,
4. etwaige Bedingungen und Auflagen,
5. Bezeichnung der Aufsichtsbehörde,
6. bei Straßenbahn- oder Obusverkehr die Linienführung und im Falle des § 28 Abs. 4
einen Hinweis auf den Vorbehalt,
7. bei Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen die Linienführung,
8. bei Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen die amtlichen Kennzeichen der einzusetzenden
Kraftfahrzeuge.
(2) Im Falle eines Austausches von Kraftfahrzeugen im Gelegenheitsverkehr hat der Unternehmer
die Genehmigungsurkunde der Genehmigungsbehörde zur Ergänzung vorzulegen. Das gleiche
gilt, wenn der Unternehmer ein Kraftfahrzeug nicht mehr im
Gelegenheitsverkehr einsetzt.
(3) Die Erteilung der Genehmigung kann nur durch die Genehmigungsurkunde oder eine
amtliche Ausfertigung nachgewiesen werden.
(4) Im Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen ist die Genehmigungsurkunde oder eine
gekürzte amtliche Ausfertigung während der Fahrt mitzuführen und auf Verlangen den
zuständigen Personen zur Prüfung auszuhändigen. Im Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen
gilt Satz 1 nur, wenn die Genehmigungsurkunde eine entsprechende Auflage enthält.
(5) Ist eine Genehmigung anders als durch Fristablauf ungültig geworden, ist die Genehmigungsurkunde
unverzüglich einzuziehen. Ist dies nicht möglich, ist sie auf Kosten des Unternehmers
für kraftlos zu erklären.
PBefG § 18
(weggefallen)
PBefG § 19 Tod des Unternehmers
(1) Nach dem Tode des Unternehmers kann der Erbe den Betrieb vorläufig weiterführen
oder diese Befugnis auf einen Dritten übertragen; das gleiche gilt für den Testamentsvollstrecker,
Nachlaßpfleger oder Nachlaßverwalter während einerTestamentsvollstreckung, Nachlaßpflegschaft
oder Nachlaßverwaltung.
(2) Die Befugnis erlischt, wenn nicht der Erbe oder der Dritte binnen drei Monaten
nach Ablauf der für die Ausschlagung der Erbschaft vorgesehenen Frist oder die in Absatz
1 zweiter Halbsatz genannten Personen binnen drei Monaten nach der Annahme ihres Amtes
oder ihrer Bestellung die Genehmigung beantragt haben; ein in der Person des Erben
wirksam gewordener Fristablauf wirkt auch gegen den Nachlaßverwalter. Bei der Prüfung
des Genehmigungsantrages ist § 13 Abs. 2 und 4 nicht anzuwenden. Wird dem Antrag stattgegeben,
so ist als Zeitpunkt des Ablaufs der Genehmigung der Tag zu bestimmen, an dem die Genehmigung
des Rechtsvorgängers abgelaufen sein würde.
(3) Bei Unternehmern mit Betriebspflicht nach § 21 hat die Genehmigungsbehörde dafür
zu sorgen, daß der Betrieb keine Unterbrechung erfährt. Wird der Betrieb von den in
Absatz 1 genannten Personen nicht vorläufig weitergeführt, so kann die Genehmigungsbehörde
für die Übergangszeit zur Aufrechterhaltung des Betriebs eine einstweilige Erlaubnis
nach § 20 an einen anderen erteilen.
(4) Im Falle der Erwerbs- oder Geschäftsunfähigkeit des Unternehmers oder der für die
Führung der Geschäfte bestellten Person darf ein Dritter das Unternehmen bis zu einem
Jahr weiterführen. In ausreichend begründeten Sonderfällen kann diese Frist um sechs
Monate verlängert werden.
PBefG § 20 Einstweilige Erlaubnis
(1) Wenn eine sofortige Einrichtung, Erweiterung oder wesentliche Änderung eines Linienverkehrs
mit Kraftfahrzeugen im öffentlichen Verkehrsinteresse liegt, kann die Genehmigungsbehörde,
in deren Bezirk der Verkehr betrieben werden soll, dem Antragsteller eine widerrufliche
einstweilige Erlaubnis erteilen; die Voraussetzungen des § 13 Abs. 1 müssen vorliegen.
Die Erteilung ist auch den in § 14 Abs. 1 Nr. 1 genannten Unternehmern bekanntzugeben.
(2) Die einstweilige Erlaubnis wird schriftlich erteilt. Sie muß enthalten
1. den Hinweis auf diese Vorschrift mit einem Zusatz, daß die einstweilige Erlaubnis
einen Anspruch auf Erteilung einer Genehmigung nicht begründet,
2. Name, Wohn- und Betriebssitz des Unternehmers,
3. Geltungsdauer,
4. etwaige Bedingungen und Auflagen,
5. Linienführung.
(3) Die einstweilige Erlaubnis erlischt nach sechs Monaten, soweit sie nicht vorher
widerrufen wird. Sie begründet keinen Anspruch auf Erteilung einer Genehmigung. § 15
Abs. 3 und 5 gilt entsprechend.
(4) § 17 Abs. 3, 4 und 5 gilt entsprechend.
PBefG § 20a
(weggefallen)
PBefG § 21 Betriebspflicht
(1) Der Unternehmer ist verpflichtet, den ihm genehmigten Betrieb aufzunehmen und während
der Geltungsdauer der Genehmigung den öffentlichen Verkehrsinteressen und dem Stand
der Technik entsprechend aufrechtzuerhalten.
(2) Die Genehmigungsbehörde kann dem Unternehmer für die Aufnahme des Betriebs eine
Frist setzen.
(3) Die Genehmigungsbehörde kann dem Unternehmer auferlegen, den von ihm betriebenen
Verkehr zu erweitern oder zu ändern, wenn die öffentlichen Verkehrsinteressen es erfordern
und es dem Unternehmer unter Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Lage,einer ausreichenden
Verzinsung und Tilgung des Anlagekapitals und der notwendigen technischen Entwicklung
zugemutet werden kann. Für das Verfahren gelten die §§ 14, 15 und 17 entsprechend.
(4) Die Genehmigungsbehörde kann den Unternehmer auf seinen Antrag von der Verpflichtung
nach Absatz 1 für den gesamten oder einen Teil des von ihm betriebenen Verkehrs vorübergehend
oder dauernd entbinden, wenn dem Unternehmer die Erfüllung der Betriebspflicht nicht
mehr möglich ist oder ihm unter Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Lage, einer
ausreichenden Verzinsung und Tilgung des Anlagekapitals und der notwendigen technischen
Entwicklung nicht mehr zugemutet werden kann. Steht das öffentliche Verkehrsinteresse
einer Entbindung entgegen, so gilt § 8 Abs. 4 entsprechen. Bis zur Entscheidung über
den Antrag hat der Unternehmer den Verkehr aufrechtzuerhalten.
PBefG § 22 Beförderungspflicht
Der Unternehmer ist zur Beförderung verpflichtet, wenn
1. die Beförderungsbedingungen eingehalten werden,
2. die Beförderung mit den regelmäßig eingesetzten Beförderungsmitteln möglich ist
und
3. die Beförderung nicht durch Umstände verhindert wird, die der Unternehmer nicht
abwenden und denen er auch nicht abhelfen kann.
PBefG § 23 Haftung für Sachschäden
Der Unternehmer kann die Haftung für Sachschäden gegenüber jeder beförderten Person
nur insoweit ausschließen, als der Schaden 1.000 Euro übersteigt und nicht auf Vorsatz
oder grober Fahrlässigkeit beruht.
PBefG § 24
(weggefallen)
PBefG § 25 Widerruf der Genehmigung
(1) Die Genehmigungsbehörde hat die Genehmigung zu widerrufen, wenn nicht mehr alle
Voraussetzungen des § 13 Abs. 1 vorliegen. Die erforderliche Zuverlässigkeit des Unternehmers
ist insbesondere nicht mehr gegeben, wenn in seinem Verkehrsunternehmen trotz schriftlicher
Mahnung die der Verkehrssicherheit dienenden Vorschriften nicht befolgt werden oder
den Verpflichtungen zuwidergehandelt wird, die dem Unternehmer nach diesem Gesetz oder
nach den auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsvorschriften obliegen.
(2) Die Genehmigungsbehörde kann die Genehmigung widerrufen, wenn der Unternehmer die
ihm gesetzlich obliegenden arbeitsrechtlichen, sozialrechtlichen oder die sich aus
seinem Unternehmen ergebenden steuerrechtlichen Verpflichtungen wiederholt nicht erfüllt
oder in schwerwiegender Weise dagegen verstoßen hat.
(3) Auf Verlangen der Genehmigungsbehörde hat der Unternehmer den Nachweis der Erfüllung
der in Absatz 1 Nr. 2 erwähnten Verpflichtungen zu führen; die Finanzbehörden dürfen
den Genehmigungsbehörden Mitteilung über die wiederholte Nichterfüllung der sich aus
seinem Unternehmen ergebenden steuerrechtlichen Verpflichtungen oder die Abgabe der
eidesstattlichen Versicherung nach § 284 der Abgabenordnung machen.
(4) Die Absätze 1 bis 3 sind auf den Widerruf der Genehmigung für die Übertragung der
Betriebsführung entsprechend anzuwenden.
PBefG § 26 Erlöschen der Genehmigung
Die Genehmigung erlischt
1. bei einem Straßenbahn-, Obusverkehr oder Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen sowie
einem Taxenverkehr, wenn der Unternehmer
a) den Betrieb nicht innerhalb der ihm von der Genehmigungsbehörde gesetzten Frist
aufgenommen hat oder
b) von der Verpflichtung zur Aufrechterhaltung des gesamten ihm genehmigten Verkehrs
dauernd entbunden wird,
2. beim Taxenverkehr, wenn der Unternehmer seinen Betriebssitz in eine andere Gemeinde
verlegt.
PBefG § 27 Zwangsmaßnahmen
Das Verwaltungszwangsverfahren richtet sich, soweit dieses Gesetz von Behörden der
Länder ausgeführt wird, nach den landesrechtlichen Vorschriften.
III. Sonderbestimmungen für die einzelnen Verkehrsarten
A. Straßenbahnen
PBefG § 28 Planfeststellung
(1) Betriebsanlagen für Straßenbahnen dürfen nur gebaut werden, wenn der Plan vorher
festgestellt ist. Bei der Planfeststellung sind die von dem Vorhaben berührten öffentlichen
und privaten Belange einschließlich der Umweltverträglichkeit im Rahmen der Abwägung
zu berücksichtigen.
(1a) An Stelle eines Planfeststellungsbeschlusses kann eine Plangenehmigung erteilt
werden, wenn
1. es sich bei dem Vorhaben nicht um ein Vorhaben handelt, für das nach dem Gesetz
über die Umweltverträglichkeitsprüfung eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen
ist,
2. mit den Trägern öffentlicher Belange, deren Aufgabenbereich berührt wird, das Benehmen
hergestellt worden ist und
3. Rechte anderer nicht oder nicht wesentlich beeinträchtigt werden oder die Betroffenen
sich mit der Inanspruchnahme ihres Eigentums oder eines anderen Rechts schriftlich
einverstanden erklärt haben. Die Plangenehmigung hat die Rechtswirkungen der Planfeststellung;
auf ihre Erteilung finden die Vorschriften über das Planfeststellungsverfahren keine
Anwendung. § 75 Abs. 4 des Verwaltungsverfahrensgesetzes und die entsprechenden landesrechtlichen
Bestimmungen gelten entsprechend. Vor Erhebung einer verwaltungsgerichtlichen Klage
bedarf es keiner Nachprüfung in einem Vorverfahren.
(2) Planfeststellung und Plangenehmigung entfallen bei Änderungen und Erweiterungen
von unwesentlicher Bedeutung. Fälle unwesentlicher Bedeutung liegen vor, wenn
1. es sich nicht um eine Änderung oder Erweiterung handelt, für die nach dem Gesetz
über die Umweltverträglichkeitsprüfung eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen
ist,
2. andere öffentliche Belange nicht berührt sind oder die erforderlichen behördlichen
Entscheidungen vorliegen und sie dem Plan nicht entgegenstehen und
3. Rechte anderer nicht beeinflusst werden oder mit den vom Plan Betroffenen entsprechende
Vereinbarungen getroffen werden.
(3) Bebauungspläne nach § 9 des Baugesetzbuches ersetzen die Planfeststellung nach
Absatz 1 und die Plangenehmigung nach Absatz 1a, sofern darin Betriebsanlagen für Straßenbahnen
ausgewiesen sind. Ist eine Ergänzung der Betriebsanlagen notwendig, ein Bebauungsplan
unvollständig oder soll von Festsetzungen des Bebauungsplanes abgewichen werden, ist
insoweit die Planfeststellung durchzuführen. Es gelten die §§ 40 und 43 Abs. 1, 2,
4 und 5 sowie § 44 Abs. 1 bis 4 des Baugesetzbuches. § 29 Abs. 3 ist nicht anzuwenden.
(4) Eine Genehmigung nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 darf nur erteilt werden vorbehaltlich einer
nach den Absätzen 1 bis 3 erforderlichen Planfeststellung oder einer Plangenehmigung
oder vorbehaltlich einer nach Absatz 2 Nr. 2 gegebenen Zustimmung. Das Planfeststellungsverfahren
kann gleichzeitig mit dem Genehmigungsverfahren durchgeführt werden.
PBefG § 28a Veränderungssperre, Vorkaufsrecht
(1) Sobald der Plan ausgelegt oder andere Gelegenheit gegeben ist, den Plan einzusehen,
dürfen auf den vom Plan betroffenen Flächen bis zu ihrer Inanspruchnahme wesentlich
wertsteigernde oder die geplanten Baumaßnahmen erheblich erschwerende Veränderungen
nicht vorgenommen werden (Veränderungssperre). Veränderungen, die in rechtlich zulässiger
Weise vorher begonnen worden sind, Unterhaltungsarbeiten und die Fortführung einer
bisher ausgeübten Nutzung werden davon nicht berührt. Unzulässige Veränderungen bleiben
bei der Anordnung von Vorkehrungen und Anlagen und im Entschädigungsverfahren unberücksichtigt.
(2) Dauert die Veränderungssperre über vier Jahre, können die Eigentümer für die dadurch
entstandenen Vermögensnachteile Entschädigung verlangen.
(3) In den Fällen des Absatzes 1 Satz 1 steht dem Unternehmer an den betroffenen Flächen
ein Vorkaufsrecht zu.
PBefG § 29 Planfeststellungsbehörde
(1) Planfeststellungsbehörde ist die Genehmigungsbehörde nach § 11. Diese stellt den
Plan nach § 28 Abs. 1 fest, erteilt die Plangenehmigung nach § 28 Abs. 1a oder trifft
die Entscheidung nach § 28 Abs. 2.
(1a) Für das Anhörungsverfahren gilt § 73 des Verwaltungsverfahrensgesetzes mit´ folgenden
Maßgaben:
1. Die Einholung der Stellungnahmen der Behörden, deren Aufgabenbereich durch das Vorhaben
berührt wird, sowie die Auslegung des Plans in den Gemeinden, in denen sich das Vorhaben
voraussichtlich auswirkt, veranlaßt die Anhörungsbehörde innerhalb eines Monats, nachdem
der Träger des Vorhabens den Plan bei ihr eingereicht hat.
2. Die Behörden, deren Aufgabenbereich berührt wird, haben ihre Stellungnahmen innerhalb
einer von der Anhörungsbehörde zu setzenden Frist abzugeben, die drei Monate nicht
übersteigen darf.
3. Die Gemeinden legen den Plan innerhalb von drei Wochen nach Zugang aus. Sie machen
die Auslegung vorher ortsüblich bekannt.
4. Die Erörterung nach § 73 Abs. 6 des Verwaltungsverfahrensgesetzes hat die Anhörungsbehörde
innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Einwendungsfrist abzuschließen. Sie gibt
ihre Stellungnahme nach § 73 Abs. 9 des Verwaltungsverfahrensgesetzes innerhalb eines
Monats nach Abschluß der Erörterung ab.
5. Bei der Änderung einer Betriebsanlage für Straßenbahnen kann von einer förmlichen
Erörterung im Sinne des § 73 Abs. 6 des Verwaltungsverfahrensgesetzes und des § 9 Abs.
1 Satz 2 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung abgesehen werden. Vor
dem Abschluß des Planfeststellungsverfahrens ist den Einwendern Gelegenheit zur Äußerung
zu geben. Die Stellungnahme der Anhörungsbehörde nach § 73 Abs. 9 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
ist innerhalb von sechs Wochen nach Ablauf der Einwendungsfrist abzugeben. Die Maßgaben
gelten entsprechend, wenn das Verfahren landesrechtlich durch ein
Verwaltungsverfahrensgesetz geregelt ist.
(2) Werden Einwendungen gegen den Plan mit der Begründung erhoben, daß öffentliche
Interessen im Bereich von Bundesbehörden oder von Behörden, die im Auftrag des Bundes
tätig werden, beeinträchtigt werden und kommt eine Einigung zwischen der Planfeststellungsbehörde
und den genannten Behörden nicht zustande, entscheidet die Planfeststellungsbehörde
im Benehmen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.
(3) Kommt eine Einigung über Einwendungen nichtbundeseigener Eisenbahnen oder von Bergbahnunternehmen
nicht zustande, hat die Planfeststellungsbehörde die Entscheidung der von der Landesregierung
bestimmten Behörde einzuholen und der Planfeststellung zugrunde zu legen.
(4) Einwendungen gegen den Plan, die nach Ablauf der Einwendungsfrist erhoben werden,
sind ausgeschlossen. Hierauf ist in der Bekanntmachung der Auslegung oder der Einwendungsfrist
hinzuweisen. Nach dem Erörterungstermin eingehende Stellungnahmen der Behörden müssen
bei der Feststellung des Plans nicht berücksichtigt werden; dies gilt nicht, wenn später
von einer Behörde vorgebrachte öffentliche Belange der Planfeststellungsbehörde auch
ohne ihr Vorbringen bekannt sind oder hätten bekannt sein müssen.
(5) Der Planfeststellungsbeschluß ist denjenigen, über deren Einwendungen entschieden
worden ist, mit Rechtsbehelfsbelehrung zuzustellen; die Vorschriften des Verwaltungsverfahrensgesetzes
über die Bekanntgabe bleiben im übrigen unberührt.
(6) Vor Erhebung einer verwaltungsgerichtlichen Klage gegen einen Planfeststellungsbeschluß
oder gegen eine Plangenehmigung für den Bau oder die Änderung von Betriebsanlagen für
Straßenbahnen bedarf es keiner Nachprüfung in einem Vorverfahren. Die Anfechtungsklage
gegen einen Planfeststellungsbeschluß oder eine Plangenehmigung für den Bau oder die
Änderung von Betriebsanlagen für Straßenbahnen hat keine aufschiebende Wirkung. Der
Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung
der Anfechtungsklage gegen einen Planfeststellungsbeschluß oder eine Plangenehmigung
nach § 80 Abs. 5 Satz 1 der Verwaltungsgerichtsordnung kann nur innerhalb eines Monats
nach Zustellung des Planfeststellungsbeschlusses oder der Plangenehmigung gestellt
und begründet werden. Treten später Tatsachen ein, die die Anordnung der aufschiebenden
Wirkung rechtfertigen, so kann der durch den Planfeststellungsbeschluß oder die Plangenehmigung
Beschwerte einen hierauf gestützten Antrag nach § 80 Abs. 5 Satz 1 der Verwaltungsgerichtsordnung
innerhalb einer Frist von einem Monat stellen. Die Frist beginnt in dem Zeitpunkt,
in dem der Beschwerte von den Tatsachen Kenntnis erlangt.
(7) Der Kläger hat innerhalb einer Frist von sechs Wochen die zur Begründung seiner
Klage dienenden Tatsachen und Beweismittel anzugeben. § 87b Abs. 3 und § 128a der Verwaltungsgerichtsordnung
gelten entsprechend.
(8) Mängel bei der Abwägung der von dem Vorhaben berührten öffentlichen und privaten
Belange sind nur erheblich, wenn sie offensichtlich und auf das Abwägungsergebnis von
Einfluß gewesen sind. Erhebliche Mängel bei der Abwägung oder eine Verletzung von Verfahrens-
oder Formvorschriften führen nur dann zur Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses
oder der Plangenehmigung, wenn sie nicht durch Planergänzung oder durch ein ergänzendes
Verfahren behoben werden können; die §§ 45 und 46 des Verwaltungsverfahrensgesetzes
und die entsprechenden landesrechtlichen Bestimmungen bleiben unberührt.
PBefG § 29a Vorzeitige Besitzeinweisung
(1) Ist der sofortige Beginn von Bauarbeiten geboten und weigert sich der Eigentümer
oder Besitzer, den Besitz eines für den Bau oder die Änderung einer Betriebsanlage
für Straßenbahnen benötigten Grundstücks durch Vereinbarung unter Vorbehalt aller Entschädigungsansprüche
zu überlassen, so hat die Enteignungsbehörde den Unternehmer auf Antrag nach Feststellung
des Planes oder Erteilung der Plangenehmigung in den Besitz einzuweisen. Der Planfeststellungsbeschluß
oder die Plangenehmigung müssen vollziehbar sein. Weiterer Voraussetzungen bedarf es
nicht.
(2) Die Enteignungsbehörde hat spätestens sechs Wochen nach Eingang des Antrags auf
Besitzeinweisung mit den Beteiligten mündlich zu verhandeln. Hierzu sind der Unternehmer
und die Betroffenen zu laden. Dabei ist den Betroffenen der Antrag auf Besitzeinweisung
mitzuteilen. Die Ladungsfrist beträgt drei Wochen. Mit der Ladung sind die Betroffenen
aufzufordern, etwaige Einwendungen gegen den Antrag vor der mündlichen Verhandlung
bei der Enteignungsbehörde einzureichen. Sie sind außerdem darauf hinzuweisen, daß
auch bei Nichterscheinen über den Antrag auf Besitzeinweisung und andere im Verfahren
zu erledigende Anträge entschieden werden kann.
(3) Soweit der Zustand des Grundstücks von Bedeutung ist, hat die Enteignungsbehörde
diesen bis zum Beginn der mündlichen Verhandlung in einer Niederschrift festzustellen
oder durch einen Sachverständigen ermitteln zu lassen. Den Beteiligten ist eine Abschrift
der Niederschrift oder des Ermittlungsergebnisses zu übersenden.
(4) Der Beschluß über die Besitzeinweisung ist dem Unternehmer und den Betroffenen
spätestens zwei Wochen nach der mündlichen Verhandlung zuzustellen. Die Besitzeinweisung
wird in dem von der Enteignungsbehörde bezeichneten Zeitpunkt
wirksam. Dieser Zeitpunkt soll auf höchstens zwei Wochen nach Zustellung der Anordnung
über die vorzeitige Besitzeinweisung an den unmittelbaren Besitzer festgesetzt werden.
Durch die Besitzeinweisung wird dem Besitzer der Besitz entzogen und der Unternehmer
Besitzer. Der Unternehmer darf auf dem Grundstück das im Antrag auf Besitzeinweisung
bezeichnete Bauvorhaben durchführen und die dafür erforderlichen Maßnahmen treffen.
(5) Der Unternehmer hat für die durch die vorzeitige Besitzeinweisung entstehenden
Vermögensnachteile Entschädigung zu leisten, soweit die Nachteile nicht durch die Verzinsung
der Geldentschädigung für die Entziehung oder Beschränkung des Eigentums oder eines
anderen Rechts ausgeglichen werden. Art und Höhe der Entschädigung sind von der Enteignungsbehörde
in einem Beschluß festzusetzen.
(6) Wird der festgestellte Plan oder die Plangenehmigung aufgehoben, so ist auch die
vorzeitige Besitzeinweisung aufzuheben und der vorherige Besitzer wieder in den Besitz
einzuweisen. Der Unternehmer hat für alle durch die Besitzeinweisung entstandenen besonderen
Nachteile Entschädigung zu leisten.
(7) Ein Rechtsbehelf gegen eine vorzeitige Besitzeinweisung hat keine aufschiebende
Wirkung. Der Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung nach § 80 Abs. 5 Satz
1 der Verwaltungsgerichtsordnung kann nur innerhalb eines Monats nach der Zustellung
des Besitzeinweisungsbeschlusses gestellt und begründet werden.
PBefG § 30 Enteignung
Die Enteignung ist zulässig, soweit sie zur Ausführung eines nach den §§ 28, 29 festgestellten
oder genehmigten Bauvorhabens notwendig ist. Der festgestellte Plan oder die Plangenehmigung
ist ist dem Enteignungsverfahren zugrunde zu legen und für die Enteignungsbehörde bindend.
Im übrigen gelten die Enteignungsgesetze der Länder.
PBefG § 31 Benutzung öffentlicher Straßen
(1) Der Unternehmer hat die Zustimmung des Trägers der der Straßenbaulast beizubringen,
wenn
1. eine öffentliche Straße von der Straßenbahn benutzt werden soll,
2. Betriebsanlagen von Straßenbahnen eine öffentliche Straße höhengleich kreuzen.
(2) Vereinbarungen über die Höhe eines Entgelts für die Benutzung einer öffentlichen
Straße bedürfen der Zustimmung der Genehmigungsbehörde. Bestehende Verträge zwischen
dem Unternehmer und dem Träger der Straßenbaulast bleiben unberührt.
(3) Wird eine öffentliche Straße, die von einer Straßenbahn benutzt wird, erweitert
oder verlegt, kann der Träger derStraßenbaulast von dem Unternehmer einen Beitrag zu
den Kosten der Erweiterung oder Verlegung der Straßen verlangen. Dabei ist zu berücksichtigen,
ob und inwieweit die Erweiterung oder Verlegung der Straße durch die Straßenbahn, den
sonstigen Straßenverkehr oder andere Gründe veranlaßt ist. Absatz 2 Satz 2 gilt entsprechend.
(4) Auf Verlangen des Trägers der Straßenbaulast hat der Unternehmer bei Ablauf der
Genehmigung die Betriebsanlagen der Straßenbahn zu beseitigen und die Straße wiederherzustellen.
(5) Kommt in den Fällen der Absätze 1 und 3 eine Einigung nicht zustande, entscheiden
die von der Landesregierung bestimmten Behörden.
(6) Auf Vereinbarungen des Unternehmers mit dem Träger der Straßenbaulast über die
Benutzung öffentlicher Straßen ist im Planfeststellungsbeschluß oder in der Plangenehmigung
hinzuweisen.
PBefG § 32 Duldungspflichten Dritter
(1) Eigentümer oder sonstige Nutzungsberechtigte haben 1. Vermessungen, Boden- und
Grundwasseruntersuchungen einschließlich der vorübergehenden Anbringung von Markierungszeichen
und sonstigen Vorarbeiten, die zur Planung von Betriebsanlagen und Straßenbahnen notwendig
sind, zu dulden, wenn die Genehmigungsbehörde diesen Arbeiten zustimmt,
2. das Anbringen oder Errichten von Haltevorrichtungen für elektrische Leitungen, von
Signalen und Haltestellenzeichen durch den Unternehmer oder von ihm Beauftragte zu
dulden. Arbeits-, Betriebs- oder Geschäftsräume dürfen vom Unternehmer oder von ihm
Beauftragte nur während der jeweiligen Arbeits- oder Geschäftsstunden, Wohnungen nur
mit Zustimmung des Wohnungsinhabers betreten werden. Die Absicht, Vorarbeiten durchzuführen,
ist dem Eigentümer oder sonstigen Nutzungsberechtigten mindestens 2 Wochen vorher unmittelbar
und in den Gemeinden, in deren Gebiet Vorarbeiten durchgeführt werden sollen, ortsüblich
bekanntzugeben.
(2) Die Zustimmung der Genehmigungsbehörde zu den Vorarbeiten begründet keinen Anspruch
auf Erteilung der Genehmigung nach § 9 Abs. 1 Nr. 1.
(3) Über eine Verpflichtung zur Duldung der in Absatz 1 Nr. 2 bezeichneten technischen
Einrichtungen ist beim Bau neuer Betriebsanlagen für Straßenbahnen im Planfeststellungsverfahren
zu entscheiden. Im übrigen entscheidet die Genehmigungsbehörde.
(4) Für Schäden, die durch Vorarbeiten, das Anbringen, Errichten oder Entfernen technischer
Einrichtungen verursacht worden sind, hat der Unternehmer Entschädigung zu leisten.
§ 31 Abs. 5 gilt entsprechend. Für die Geltendmachung von Entschädigungsansprüchen
ist der ordentliche Rechtsweg gegeben.
PBefG §§ 33 bis 35
(weggefallen)
PBefG § 36 Bau- und Unterhaltungspflicht
(1) Der Unternehmer ist verpflichtet, die ihm genehmigten Betriebsanlagen für Straßenbahnen
zu bauen und während der Geltungsdauer der Genehmigung den öffentlichen Verkehrsinteressen
und dem Stand der Technik entsprechend zu unterhalten.
(2) Die Genehmigungsbehörde kann dem Unternehmer eine Frist setzen, innerhalb derer
die Betriebsanlagen zu bauen sind.
PBefG § 37 Aufnahme des Betriebs
Die Genehmigung zur Aufnahme des Betriebs der Straßenbahnen erteilt die Genehmigungsbehörde
im Einvernehmen mit der für die technische Aufsicht zuständigen Behörde.
PBefG § 38
(weggefallen)
PBefG § 39 Beförderungsentgelte und -bedingungen
(1) Beförderungsentgelte und deren Änderung bedürfen der Zustimmung der Genehmigungsbehörde.
Mit der Zustimmung sind die Beförderungsentgelte allgemein verbindlich.
(2) Die Genehmigungsbehörde hat die Beförderungsentgelte insbesondere daraufhin zu
prüfen, ob sie unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmers, einer
ausreichenden Verzinsung und Tilgung des Anlagekapitals und der notwendigen technischen
Entwicklung angemessen sind. Wird den Beförderungsentgelten aus Gründen des öffentlichen
Verkehrsinteresses oder des Gemeinwohls nicht wie beantragt zugestimmt, gilt § 8 Abs.
4 entsprechend.
(3) Die nach Absatz 1 festgestellten Beförderungsentgelte dürfen nicht über- oder unterschritten
werden; sie sind gleichmäßig anzuwenden. Ermäßigungen, die nicht unter gleichen Bedingungen
jedermann zugute kommen, sind verboten und nichtig.
(4) Die Zustimmung zu den Beförderungsentgelten kann von der Genehmigungsbehörde nach
Anhörung des Unternehmers widerrufen werden, wenn die für die Bildung der Beförderungsentgelte
maßgebenden Umstände sich wesentlich geändert haben; in diesem Falle kann die Genehmigungsbehörde
nach Anhörung des Unternehmers die Beförderungsentgelte anderweitig festsetzen.
(5) Eine Erhöhung der Beförderungsentgelte tritt frühestens am siebenten Tage nach
der Veröffentlichung in Kraft.
(6) Die Beförderungsbedingungen sind vor ihrer Einführung der Genehmigungsbehörde zur
Zustimmung vorzulegen, soweit sie von den Allgemeinen Beförderungsbedingungen (§ 57
Abs. 1 Nr. 5) für das Unternehmen im Einzelfalle abweichen (Besondere Beförderungsbedingungen).
Das gleiche gilt für Änderungen der Besonderen Beförderungsbedingungen. DieGenehmigungsbehörde
kann eine Änderung der Beförderungsbedingungen verlangen, wenn die für ihre Festsetzung
maßgebenden Umstände sich wesentlich geändert haben oder sich für die bessere Ausgestaltung
des Verkehrs in einem Gebiet neue Gesichtspunkte ergeben, denen durch eine Änderung
der Besonderen Beförderungsbedingungen Rechnung getragen werden kann.
(7) Die Beförderungsentgelte und die Besonderen Beförderungsbedingungen sind vom Unternehmer
vor ihrer Einführung ortsüblich bekanntzumachen; die Bekanntmachung ist in den zum
Aufenthalt der Fahrgäste bestimmten Räumen auszuhängen.
PBefG § 40 Fahrpläne
(1) Der Fahrplan muß die Führung der Linie, ihren Ausgangs- und Endpunkt sowie die
Haltestellen und Fahrzeiten enthalten.
(2) Fahrpläne und deren Änderungen bedürfen der Zustimmung der Genehmigungsbehörde.
Werden durch Fahrplanänderungen die Interessen anderer Verkehrsunternehmen berührt,
so sind diese vor der Zustimmung zu hören; § 9 Abs. 2 Satz 1 bleibt unberührt. Bei
geringfügigen Fahrplanänderungen kann die Genehmigungsbehörde auf ausdrückliche Zustimmung
zu der ihr anzuzeigenden Änderung verzichten. In diesem Falle gilt die Zustimmung als
erteilt, wenn die Genehmigungsbehörde nicht innerhalb einer von ihr allgemein zu bestimmenden
Frist widerspricht.
(3) Die Genehmigungsbehörde kann Änderungen des Fahrplans verlangen, wenn die maßgebenden
Umstände sich wesentlich geändert haben oder sich für die bessere Ausgestaltung des
Verkehrs in einem Gebiet neue Gesichtspunkte ergeben, denen durch eine Änderung des
Fahrplans Rechnung getragen werden kann. § 8 Abs. 4 gilt entsprechend.
(4) Fahrpläne und Fahrplanänderungen sind vom Unternehmer ortsüblich bekanntzumachen.
Ferner sind die gültigen Fahrpläne in den zum Aufenthalt der Fahrgäste bestimmten Räumen
anzubringen. An denHaltestellen sind mindestens die Abfahrtszeiten anzuzeigen.
B. Verkehr mit Obussen
PBefG § 41 Entsprechend anwendbare Vorschriften
(1) Die Vorschriften der §§ 28 bis 30 und der §§ 32, 36 und 37 sind auf die Errichtung
von Bau- und Betriebsanlagen für den Obusverkehr entsprechend anzuwenden.
(2) Zur Errichtung von Bau- und Betriebsanlagen auf öffentlichen Straßen bedarf der
Unternehmer der Zustimmung des Trägers der Straßenbaulast; § 31 Abs. 1, 2, 4 bis 6
ist entsprechend anzuwenden.
(3) Im übrigen sind auf den Obusverkehr die Vorschriften der §§ 39 und 40 entsprechend
anzuwenden.
C. Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen
PBefG § 42 Begriffsbestimmung Linienverkehr
Linienverkehr ist eine zwischen bestimmten Ausgangs- und Endpunkten eingerichtete regelmäßige
Verkehrsverbindung, auf der Fahrgäste an bestimmten Haltestellen ein- und aussteigen
können. Er setzt nicht voraus, daß ein Fahrplan mit bestimmten Abfahrtsund Ankunftszeiten
besteht oder Zwischenhaltestellen eingerichtet sind.
PBefG § 43 Sonderformen des Linienverkehrs
Als Linienverkehr gilt, unabhängig davon, wer den Ablauf der Fahrten bestimmt, auch
der Verkehr, der unter Ausschluß anderer Fahrgäste der regelmäßigen Beförderung von
1. Berufstätigen zwischen Wohnung und Arbeitsstelle (Berufsverkehr),
2. Schülern zwischen Wohnung und Lehranstalt (Schülerfahrten),
3. Personen zum Besuch von Märkten (Marktfahrten),
4. Theaterbesuchern dient. Die Regelmäßigkeit wird nicht dadurch ausgeschlossen, daß
der Ablauf der Fahrten wechselnden Bedürfnissen der Beteiligten angepaßt wird.
PBefG § 44
(weggefallen)
PBefG § 45 Sonstige Vorschriften
(1) Auf den Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen ist § 32, soweit diese Vorschrift sich
auf das Anbringen oder Errichten von Haltestellenzeichen bezieht, entsprechend anzuwenden;
über die Verpflichtung zur Duldung entscheidet die Genehmigungsbehörde ohne Planfeststellungsverfahren.
(2) Auf den Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen sind die §§ 39 und 40 entsprechend anzuwenden.
(3) Die Genehmigungsbehörde kann bei den Verkehrsformen nach § 43 auf die Einhaltung
der Vorschriften über die Betriebspflicht (§ 21), die Beförderungspflicht (§ 22), die
Beförderungsentgelte und -bedingungen (§ 39) sowie über die Fahrpläne (§ 40) ganz oder
teilweise verzichten. Bei den Sonderformen des Linienverkehrs (§ 43) ist § 13 Abs.
2 Nr. 2 so anzuwenden, daß insbesondere den Belangen von Berufstätigen undArbeitgebern
sowie von Schülern und Lehranstalten Rechnung getragen wird.
Ausgleichszahlungen D.
PBefG § 45a Ausgleichspflicht
(1) Im Verkehr mit Straßenbahnen und Obussen sowie im Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen
nach den §§ 42 und 43 Nr. 2 ist dem Unternehmer für die Beförderung von Personen mit
Zeitfahrausweisen des Ausbildungsverkehrs auf Antrag ein Ausgleich nach Maßgabe des
Absatzes 2 zu gewähren, wenn und soweit
1. der Ertrag aus den für diese Beförderungen genehmigten Beförderungsentgelten zur
Deckung der nach Absatz 2 Satz 2 zu errechnenden Kosten nicht ausreicht, und
2. der Unternehmer innerhalb eines angemessenen Zeitraums die Zustimmung zu einer Anpassung
der in den genannten Verkehrsformen erhobenen Beförderungsentgelte an die Ertrags-
und Kostenlage beantragt hat.
(2) Als Ausgleich werden gewährt 50 vom Hundert des Unterschiedsbetrages zwischen dem
Ertrag, der in den in Absatz 1 genannten Verkehrsformen für die Beförderung von Personen
mit Zeitfahrausweisen des Ausbildungsverkehrs erzielt worden ist, und dem Produkt aus
den in diesem Verkehr geleisteten Personen-Kilometern und den durchschnittlichen verkehrsspezifischen
Kosten. Als durchschnittliche verkehrsspezifische Kosten im Sinne dieser Vorschrift
gelten die Kostensätze je Personen-Kilometer, die von den Landesregierungen oder den
von ihnen durch Rechtsverordnung ermächtigten Behörden durch Rechtsverordnung nach
Durchschnittswerten einzelner repräsentativer Unternehmen, die sparsam wirtschaften
und leistungsfähig sind, pauschal festgelegt werden; dabei können entsprechend betrieblichen
und verkehrlichen Besonderheiten unterschiedliche Kostensätze für den schienengebundenen
und den nichtschienengebundenen Verkehr sowie für verschiedene Verkehrsregionen festgelegt
werden.
(3) Den Ausgleich nach den Absätzen 1 und 2 gewährt das Land, in dessen Gebiet der
Verkehr betrieben wird. Erstreckt sich der Verkehr auch auf das Gebiet eines anderen
Landes, so wird dem Ausgleich der Teil der Leistungen zugrunde gelegt, der in dem jeweiligen
Land erbracht wird.
(4) Über den Ausgleich entscheidet die Genehmigungsbehörde oder die von der Landesregierung
bestimmte Behörde. Die Entscheidung kann mit Auflagen verbundenwerden, die dazu bestimmt
sind, die wirtschaftlichen Ergebnisse der in den in Absatz 1 genannten Verkehrsformen
erbrachten Leistungen zu verbessern. Kommt der Unternehmer solchen Auflagen nicht oder
nicht in vollem Umfange nach, so ist ein Ausgleich nur insoweit zu gewähren, wie er
sich im Falle der Befolgung der Auflagen errechnet hätte.
E. Gelegenheitsverkehr mit Kraftomnibussen
PBefG § 46 Formen des Gelegenheitsverkehrs
(1) Gelegenheitsverkehr ist die Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen, die nicht
Linienverkehr nach den §§ 42 und 43 ist.
(2) Als Formen des Gelegenheitsverkehrs sind nur zulässig
1. Verkehr mit Taxen (§ 47),
2. Ausflugsfahrten und Ferienziel-Reisen (§ 48),
3. Verkehr mit Mietomnibussen und mit Mietwagen (§ 49).
(3) In Orten mit mehr als 50.000 Einwohnern oder in den von der höheren
Verwaltungsbehörde bestimmten Orten unter 50.000 Einwohnern darf eine Genehmigung für
den Taxenverkehr und den Mietwagenverkehr nicht für denselben Personenkraftwagen erteilt
werden.
PBefG § 47 Verkehr mit Taxen
(1) Verkehr mit Taxen ist die Beförderung von Personen mit Personenkraftwagen, die
der Unternehmer an behördlich zugelassenen Stellen bereithält und mit denen er Fahrten
zu einem vom Fahrgast bestimmten Ziel ausführt. Der Unternehmer kann Beförderungsaufträge
auch während einer Fahrt oder am Betriebssitz entgegennehmen.
(2) Taxen dürfen nur in der Gemeinde bereitgehalten werden, in der der Unternehmer
seinen Betriebssitz hat. Fahrten auf vorherige Bestellung dürfen auch von anderen Gemeinden
aus durchgeführt werden. Die Genehmigungsbehörde kann im Einvernehmen mit anderen Genehmigungsbehörden
das Bereithalten an behördlich zugelassenen Stellen außerhalb der Betriebssitzgemeinde
gestatten und einen größeren Bezirk festsetzen.
(3) Die Landesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung den Umfang der Betriebspflicht,
die Ordnung auf Taxenständen sowie Einzelheiten des Dienstbetriebs zu regeln. Sie kann
die Ermächtigung durch Rechtsverordnung übertragen. In der Rechtsverordnung können
insbesondere Regelungen getroffen werden über
1. das Bereithalten von Taxen in Sonderfällen einschließlich eines Bereitschaftsdienstes,
2. die Annahme und Ausführung von fernmündlichen Fahraufträgen,
3. den Fahr- und Funkbetrieb,
4. die Behindertenbeförderung und
5. die Krankenbeförderung, soweit es sich nicht um Beförderungen nach § 1 Abs. 2 Nr.
2 handelt.
(4) Die Beförderungspflicht besteht nur für Fahrten innerhalb des Geltungsbereichs
der nach § 51 Abs. 1 Satz 1 und 2 und Abs. 2 Satz 1 festgesetzten Beförderungsentgelte
(Pflichtfahrbereich).
(5) Die Vermietung von Taxen an Selbstfahrer ist verboten.
PBefG § 48 Ausflugsfahrten und Ferienziel-Reisen
(1) Ausflugsfahrten sind Fahrten, die der Unternehmer mit Kraftomnibussen oder Personenkraftwagen
nach einem bestimmten, von ihm aufgestellten Plan und zu einem für alle Teilnehmer
gleichen und gemeinsam verfolgten Ausflugszweck anbietet und ausführt. Die Fahrt muß
wieder an den Ausgangsort zurückführen. Die Fahrgäste müssen im Besitz eines für die
gesamte Fahrt gültigen Fahrscheins sein, der die Beförderungsstrecke und das Beförderungsentgelt
ausweist. Bei Ausflugsfahrten, die
als Pauschalfahrten ausgeführt werden, genügt im Fahrschein die Angabe des Gesamtentgelts
an Stelle des Beförderungsentgelts.
(2) Ferienziel-Reisen sind Reisen zu Erholungsaufenthalten, die der Unternehmer mit
Kraftomnibussen oder Personenkraftwagen nach einem bestimmten, von ihm aufgestellten
Plan zu einem Gesamtentgelt für Beförderung und Unterkunft mit oder ohne Verpflegung
anbietet und ausführt. Es dürfen nur Rückfahrscheine und diese nur auf den Namen des
Reisenden ausgegeben werden. Die Fahrgäste sind zu einem für alle Teilnehmer gleichen
Reiseziel zu bringen und an den Ausgangspunkt der Reise zurückzubefördern. Auf der
Rückfahrt dürfen nur Reisende befördert werden, die der Unternehmer zum Reiseziel gebracht
hat. Die Genehmigung darf nur solchen Unternehmern erteilt werden, die auf dem Gebiet
des Reiseverkehrs über ausreichende Erfahrungen verfügen.
(3) Es ist unzulässig, unterwegs Fahrgäste aufzunehmen. Dies gilt nicht für benachbarte
Orte oder in ländlichen Räumen für bis zu 30 km voneinander entfernte Orte. Im übrigen
kann die Genehmigungsbehörde Ausnahmen gestatten, wenn dadurch die öffentlichen Verkehrsinteressen
nicht beeinträchtigt werden.
(4) Die Vorschriften der §§ 21 und 22 sind nicht anzuwenden.
PBefG § 49 Verkehr mit Mietomnibussen und mit Mietwagen
(1) Verkehr mit Mietomnibussen ist die Beförderung von Personen mit Kraftomnibussen,
die nur im ganzen zur Beförderung angemietet werden und mit denen der Unternehmer Fahrten
ausführt, deren Zweck, Ziel und Ablauf der Mieter bestimmt. Die Teilnehmer müssen ein
zusammengehöriger Personenkreis und über Ziel und Ablauf der Fahrt einig sein.
(2) Die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 sind nicht gegeben, wenn Fahrten unter
Angabe des Fahrtziels vermittelt werden. Mietomnibusse dürfen nicht durch Bereitstellen
auf öffentlichen Straßen oder Plätzen angeboten werden.
(3) Die Vorschriften der §§ 21 und 22 sind nicht anzuwenden.
(4) Verkehr mit Mietwagen ist die Beförderung von Personen mit Personenkraftwagen,
die nur im ganzen zur Beförderung gemietet werden und mit denen der Unternehmer Fahrten
ausführt, deren Zweck, Ziel und Ablauf der Mieter bestimmt und die nicht Verkehr mit
Taxen nach § 47 sind. Mit Mietwagen dürfen nur Beförderungsaufträge ausgeführt werden,
die am Betriebssitz oder in der Wohnung des Unternehmers eingegangen sind. Nach Ausführung
des Beförderungsauftrags hat der Mietwagen unverzüglich zum Betriebssitz zurückzukehren,
es sei denn, er hat vor der Fahrt von seinem Betriebssitz oder der Wohnung oder während
der Fahrt durch Funk einen neuen Beförderungsauftrages erhalten. Der Eingang des Beförderungsauftrages
am Betriebssitz oder in der Wohnung hat der Mietwagenunternehmer buchmäßig zu erfassen
und die Aufzeichnung ein Jahr aufzubewahren. Annahme, Vermittlung und Ausführung von
Beförderungsaufträgen, das Bereithalten des Mietwagens sowie Werbung für Mietwagenverkehr
dürfen weder allein noch in ihrer Verbindung geeignet sein, zur Verwechslung mit dem
Taxenverkehr zu führen. Den Taxen vorbehaltene Zeichen und Merkmale dürfen für Mietwagen
nicht verwendet werden. Die §§ 21 und 22 sind nicht anzuwenden.
PBefG § 50
(weggefallen)
PBefG § 51 Beförderungsentgelte und -bedingungen im Taxenverkehr
(1) Die Landesregierung wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung Beförderungsentgelte
und -bedingungen für den Taxenverkehr festzusetzen. Die Rechtsverordnung kann insbesondere
Regelungen vorsehen über
1. Grundpreise, Kilometerpreise und Zeitpreise,
2. Zuschläge,
3. Vorauszahlungen,
4. die Abrechnung,
5. die Zahlungsweise und
6. die Zulässigkeit von Sondervereinbarungen für den Pflichtfahrbereich. Die Landesregierung
kann die Ermächtigung durch Rechtsverordnung übertragen.
(2) Sondervereinbarungen für den Pflichtfahrbereich sind nur zulässig, wenn
1. ein bestimmter Zeitraum, eine Mindestfahrtenzahl oder ein Mindestumsatz
im Monat festgelegt wird,
2. eine Ordnung des Verkehrsmarktes nicht gestört wird,
3. die Beförderungsentgelte und -bedingungen schriftlich vereinbart sind und
4. in der Rechtsverordnung eine Pflicht zur Genehmigung oder Anzeige vorgesehen ist.
(3) Bei der Festsetzung der Beförderungsentgelte und -bedingungen sind § 14 Abs. 2
und 3 sowie § 39 Abs. 2 entsprechend anzuwenden.
(4) Die ermächtigten Stellen können für einen Bereich, der über den Zuständigkeitsbereich
einer die Beförderungsentgelte und -bedingungen festsetzenden Stelle hinausgeht, in
gegenseitigem Einvernehmen einheitliche Beförderungsentgelte und -bedingungen vereinbaren.
(5) Für die Anwendung der Beförderungsentgelte und -bedingungen gilt § 39 Abs. 3 entsprechend.
PBefG § 51a
IV. Auslandsverkehr
PBefG § 52 Grenzüberschreitender Verkehr
(1) Für die Beförderung von Personen im grenzüberschreitenden Verkehr mit Kraftfahrzeugen
durch Unternehmer, die ihren Betriebssitz im Inland oder Ausland haben, gelten, soweit
nichts anderes bestimmt ist, die Vorschriften dieses Gesetzes und die hierzu erlassenen
Rechtsverordnungen.
(2) Die nach diesem Gesetz erforderliche Genehmigung eines grenzüberschreitenden Linienverkehrs
erteilt für die deutsche Teilstrecke die von der Landesregierung bestimmte Behörde
im Benehmen mit demBundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. § 11 Abs.
2 bis 4 ist entsprechend anzuwenden.
(3) Einer Genehmigung für den grenzüberschreitenden Gelegenheitsverkehr von Unternehmern,
die ihren Betriebssitz im Ausland haben, bedarf es nicht, soweit entsprechende Übereinkommen
mit dem Ausland bestehen. Besteht ein solches Übereinkommen nicht oder soll abweichend
von den Bedingungen des Übereinkommens grenzüberschreitender Gelegenheitsverkehr ausgeführt
werden, so kann das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen oder eine
von ihm beauftragte Behörde entsprechenden Anträgen stattgeben. Die nach diesem Gesetz
erforderliche Genehmigung fürgrenzüberschreitende Ferienziel-Reisen erteilt für die
deutsche Teilstrecke die von der Landesregierung bestimmte Behörde, in deren Gebiet
die Ferienziel-Reise endet.
(4) Die Grenzpolizei und die Zollstellen an den Grenzen sind berechtigt, Kraftfahrzeuge
zurückzuweisen, wenn nicht die erforderliche Genehmigung vorgelegt wird, deren Mitführung
vorgeschrieben ist. Das Bundesministerium für Verkehr, Bauund Wohnungswesen kann Unternehmen
mit Betriebssitz außerhalb des Geltungsbereichs dieses Gesetzes bei wiederholten oder
schweren Verstößen gegen Vorschriften dieses Gesetzes und der auf diesem Gesetz beruhenden
Verordnungen sowie gegen Vorschriften der Verordnungen der Europäischen Gemeinschaften
und internationalen Übereinkommen über den grenzüberschreitenden Verkehr dauernd oder
vorübergehend vom Verkehr in oder durch die Bundesrepublik Deutschland ausschließen.
PBefG § 53 Transit-(Durchgangs-)Verkehr
(1) Für die Beförderung von Personen im Transit-(Durchgangs-)Verkehr mit Kraftfahrzeugen,
der das Gebiet des Geltungsbereichs dieses Gesetzes unter Ausschluß innerdeutschen
Zwischenverkehrs berührt, gelten, soweit nichts anderes bestimmt ist, die Vorschriften
dieses Gesetzes und die hierzu erlassenen Rechtsverordnungen.
(2) Die Genehmigung eines Transitlinienverkehrs erteilt die von der Landesregierung
bestimmte Behörde, in deren Gebiet der erste Grenzübergang bei der Einfahrt stattfindet,
im Benehmen mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. § 11 Abs.
3 und 4 ist entsprechend anzuwenden.
(3) § 52 Abs. 3 ist auf den Gelegenheitsverkehr vom Ausland durch das Gebiet des Geltungsbereichs
dieses Gesetzes entsprechend anzuwenden, jedoch ist bei Ferienziel-Reisen die von der
Landesregierung bestimmte Behörde zuständig, in deren Gebiet der erste Grenzübergang
bei der Einfahrt stattfindet. § 52 Abs. 4 gilt entsprechend.
V. Aufsicht, Prüfungsbefugnisse
PBefG § 54 Aufsicht
(1) Der Unternehmer unterliegt hinsichtlich der Erfüllung der Vorschriften dieses Gesetzes
sowie der hierzu erlassenen Rechtsverordnungen und der Einhaltung der durch die Genehmigung
auferlegten Verpflichtungen (Bedingungen, Auflagen) der Aufsicht der Genehmigungsbehörde.
Die von der Landesregierung bestimmte Behörde kann die Genehmigungsbehörde ermächtigen,
die Aufsicht über den Linien- und Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen auf nachgeordnete
Behörden zu übertragen. Die technische Aufsicht über Straßenbahnen und Obusunternehmen
wird von der von der Landesregierung bestimmten Behörde ausgeübt. Die technische Aufsicht
kann von der Landesregierung anderen Stellen durch Rechtsverordnung übertragen werden.
Ausgenommen hiervon sind die Aufgaben nach § 9 Abs. 1 der Straßenbahn-Bau- und -Betriebsordnung
vom 11. Dezember 1987 (BGBl. I S. 2648) sowie nach § 8 Abs. 1 und § 9 Abs. 1 der Straßenbahn-Betriebsleiter-Prüfungsverordnung
vom 29. Juli 1988 (BGBl. I S. 1554). Soweit die technische Aufsicht auf eine andere
Stelle übertragen wird, darf diese nicht sich selbst nach § 5 Abs. 2 der Straßenbahn-Bau-
und -Betriebsordnung beauftragen.
(2) Die Aufsichtsbehörde kann sich über alle ihrer Zuständigkeit unterliegenden Einrichtungen
und Maßnahmen des Unternehmers unterrichten. Der Unternehmer hat der Aufsichtsbehörde
alle wesentlichen Veränderungen ohne Aufforderung unverzüglich anzuzeigen.
(3) Die Aufsichtsbehörde kann Unternehmen, die einen Omnibusbahnhof betreiben, anhalten,
die Benutzung durch den Linien- und Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen und den
Betrieb so zu regeln, daß der Verkehr ordnungsgemäß abgewickelt und den Pflichten nach
§ 39 Abs. 7 und § 40 Abs. 4 genügt werden kann.
PBefG § 54a Prüfungsbefugnisse der Genehmigungsbehörde
(1) Die Genehmigungsbehörde kann zur Durchführung der Aufsicht und zur Vorbereitung
ihrer Entscheidungen durch Beauftragte die erforderlichen Ermittlungen anstellen, insbesondere
1. Einsicht in die Bücher und Geschäftspapiere nehmen,
2. von dem Unternehmer und den im Geschäftsbetrieb tätigen Personen Auskunft verlangen.
Der zur Erteilung der Auskunft Verpflichtete kann die Auskunft auf solche Fragen verweigern,
deren Beantwortung ihn selbst oder einen der in § 383 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 der Zivilprozeßordnung
bezeichneten Angehörigen der Gefahr strafgerichtlicher Verfolgung oder eines Verfahrens
nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten aussetzen würde. Zu den in Satz 1 genannten
Zwecken dürfen die dem Geschäftsbetrieb dienenden Grundstücke und Räume innerhalb der
üblichen Geschäfts- und Arbeitsstunden betreten werden. Der Unternehmer und die im
Geschäftsbetrieb tätigen Personen haben den Beauftragten der Genehmigungsbehörde bei
den Ermittlungen die erforderlichen Hilfsmittel zu stellen und die nötigen Hilfsdienste
zu leisten.
(2) Die Regelungen des Absatzes 1 gelten entsprechend auch für die nach § 45a Abs.
2 zur Festlegung der Kostensätze befugte Behörde.
VI. Rechtsbehelfsverfahren und Gebühren
PBefG § 55 Vorverfahren bei der Anfechtung von Verwaltungsakten
Eines Vorverfahrens bedarf es auch, wenn ein Verwaltungsakt angefochten wird, den eine
oberste Landesverkehrsbehörde oder das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
erlassen hat. § 29 Abs. 6 Satz 1 bleibt unberührt.
PBefG § 56 Gebühren
Für die Amtshandlungen nach diesem Gesetz und den auf diesem Gesetz beruhenden Rechtsvorschriften
sowie nach Verordnungen oder Rechtsvorschriften in Umsetzung von Richtlinien des Rates
oder der Kommission der Europäischen Gemeinschaften werden von demjenigen, der die
Amtshandlung veranlasst oder zu dessen Gunsten sie vorgenommen wird, Kosten (Gebühren
und Auslagen) erhoben. Kostengläubiger ist der Rechtsträger, dessen Behörde die Amtshandlung
vornimmt, bei Auslagen auch der Rechtsträger, bei dessen Behörde die Auslagen entstanden
sind.
VII. Erlaß von Rechtsverordnungen und Allgemeinen Verwaltungsvorschriften
PBefG § 57 Rechtsverordnungen
(1) Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen erläßt mit Zustimmung
des Bundesrates durch Rechtsverordnung die zur Durchführung dieses Gesetzes, internationaler
Abkommen sowie der Verordnungen des Rates oder der Kommission der Europäischen Gemeinschaften
erforderlichen Vorschriften
1. über Straßenbahnen und Obusse; diese regeln
a) Anforderungen an den Bau und die Einrichtungen der Betriebsanlagen und Fahrzeuge
sowie deren Betriebsweise,
b) die Sicherheit und Ordnung des Betriebs sowie den Schutz der Betriebsanlagen und
Fahrzeuge gegen Schäden und Störungen;
2. über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr; diese regeln
a) Anforderungen an den Bau und die Einrichtungen der in diesen Unternehmen verwendeten
Fahrzeuge,
b) die Sicherheit und Ordnung des Betriebs;
3. über Anforderungen an die Befähigung, Eignung und das Verhalten der Betriebsbediensteten
und über die Bestellung, Bestätigung und Prüfung von Betriebsleitern sowie deren Aufgaben
und Befugnisse;
4. über den Nachweis der Genehmigungsvoraussetzungen nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 bis 3;
darin können insbesondere Vorschriften enthalten sein über die Voraussetzungen, unter
denen ein Betrieb als leistungsfähig anzusehen ist, über die Zuverlässigkeit des Unternehmers
oder der für die Führung der Geschäfte bestellten Personen sowie über die Voraussetzungen,
unter denen eine Tätigkeit angemessen ist, über den Prüfungsstoff, den Prüfungsausschuß
und das Prüfungsverfahren; außerdem kann bestimmt werden, in welchen Fällen Unternehmer,
Inhaber von Abschlußzeugnissen für staatlich anerkannte Ausbildungsberufe und Absolventen
von Hoch- und Fachschulen vom Nachweis der angemessenen Tätigkeit oder der Ablegung
einer Prüfung befreit werden;
5. über einheitliche Allgemeine Beförderungsbedingungen für den Straßenbahnund Obusverkehr
sowie für den Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen und, vorbehaltlich des § 51 Abs. 1
Satz 1, für den Gelegenheitsverkehr mit Kraftfahrzeugen;
6. über die Ordnung des grenzüberschreitenden Verkehrs und des Transitverkehrs, die
Organisation, das Verfahren und die Mittel der Kontrolle sowie die Befreiung von Unternehmen
mit Betriebssitz im Ausland von der Genehmigungspflicht für den Gelegenheitsverkehr
oder von der Einhaltung anderer Ordnungsvorschriften dieses Gesetzes, soweit Gegenseitigkeit
verbürgt ist;
7. über den Anwendungsbereich und die Durchführung der Verordnung (EWG) Nr. 1191/69
des Rates vom 26. Juni 1969 in der Fassung der Verordnung (EWG) Nr. 1893/91 des Rates
vom 20. Juni 1991 über das Vorgehen der Mitgliedstaaten bei mit dem Begriff des öffentlichen
Dienstes verbundenen Verpflichtungen auf dem Gebiet des Eisenbahn-, Straßen- und Binnenschiffsverkehrs,
soweit diese Verordnung es zuläßt;
8. durch die für bestimmte im Rahmen des Gesamtverkehrs nicht besonders ins Gewicht
fallende Beförderungsfälle allgemein Befreiung von den Vorschriften dieses Gesetzes
erteilt wird;
9. die bestimmen, wer Auszubildender im Sinne des § 45a Abs. 1 ist, welche Kostenbestandteile
bei der Berechnung des Ausgleichs zu berücksichtigen sind, welches Verfahren für die
Gewährung des Ausgleichs anzuwenden ist,welche Angaben der Antrag auf Gewährung des
Ausgleichs enthalten muß und wie die Erträge und die Personen-Kilometer zu ermitteln
sind;
10. die die gebührenpflichtigen Tatbestände im Linienverkehr und im Gelegenheitsverkehr
näher bestimmen und feste Gebührensätze oder Rahmensätze festlegen. Die Gebühren dürfen
im Linienverkehr 2.500 Euro, im Gelegenheitsverkehr 1.500 Euro nicht überschreiten;
11. zur Bezeichnung der Tatbestände, die als Ordnungswidrigkeit nach § 61 Abs. 1 Nr.
5 geahndet werden können.
(2) Rechtsverordnungen nach Absatz 1 Nr. 1 können auch Vorschriften zum Schutz vor
schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes enthalten;
dabei können Immissionsgrenzwerte unter Berücksichtigung der technischen Entwicklung
auch für einen Zeitpunkt nach Inkrafttreten der Rechtsverordnung festgesetzt werden.
Vorschriften nach Satz 1 werden vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit erlassen. Die
Ermächtigung nach Satz 1 gilt nicht, soweit § 43 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes
Anwendung findet.
(3) Rechtsverordnungen nach Absatz 1 Nr. 1 können auch festlegen, wie der Nachweis
für die Erfüllung dieser Vorschriften zu erbringen ist, insbesondere welche Prüfungen,
Abnahmen, Erlaubnisse, Zustimmungen oder Bescheinigungen erforderlich sind.
(4) Soweit es die öffentliche Sicherheit erfordert, können einzelne Vorschriften der
nach Absatz 1 Nr. 2 erlassenen Rechtsverordnung auf Beförderungen ausgedehnt werden,
die nach § 2 von der Genehmigungspflicht befreit sind oder für die durch die nach Absatz
1 Nr. 8 erlassene Rechtsverordnung Befreiung erteilt wird.
(5) In der Rechtsverordnung nach Absatz 1 Nr. 7 kann vorgesehen werden, daß die zuständige
Landesbehörde die in der Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau-
und Wohnungswesen genannten Unternehmen vom Anwendungsbereich dieser Verordnung durch
Rechtsverordnung ausnehmen kann.
PBefG § 58 Allgemeine Verwaltungsvorschriften
Die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Allgemeinen Verwaltungsvorschriften
erläßt das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen mit Zustimmung des
Bundesrates.
PBefG §§ 59 und 59a
(weggefallen)
VIII. Bußgeldvorschriften
PBefG §§ 60 und 60a
(weggefallen)
PBefG § 61 Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. Personen mit Straßenbahnen, Obussen oder Kraftfahrzeugen ohne die nach diesem Gesetz
erforderliche Genehmigung oder einstweilige Erlaubnis befördert oder den Auflagen der
Genehmigung oder einstweiligen Erlaubnis oder Auflagen in einer Entscheidung nach §
45a Abs. 4 Satz 2 zuwiderhandelt;
2. einen Verkehr mit Straßenbahnen, Obussen oder einen Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen
betreibt, ohne daß die nach diesem Gesetz vorgeschriebene Zustimmung zu den Beförderungsentgelten
oder Fahrplänen durch die Genehmigungsbehörde erteilt ist;
3. den Vorschriften dieses Gesetzes über
a) die Mitteilungspflicht bei Betriebsstörungen im Verkehr, die den vorübergehenden
Einsatz von Kraftfahrzeugen zur Folge haben (§ 2 Abs. 5 Satz 2),
b) das Mitführen und Aushändigen von Urkunden (§ 17 Abs. 4, § 20 Abs. 4),
c) die Einhaltung der Beförderungspflicht (§ 22) oder der Beförderungsentgelte (§ 39
Abs. 3, § 41 Abs. 3, § 45 Abs. 2, § 51),
d) die Bekanntmachung der Beförderungsentgelte, der Besonderen Beförderungsbedingungen
und der gültigen Fahrpläne (§ 39 Abs. 7, § 40 Abs. 4, § 41 Abs. 3, § 45 Abs. 3),
e) das Verbot der Vermietung von Taxen an Selbstfahrer (§ 47 Abs. 5),
f) Ausflugsfahrten und Ferienziel-Reisen (§ 48 Abs. 1 bis 3) oder
g) den Verkehr mit Mietomnibussen und Mietwagen (§ 49 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 4) zuwiderhandelt;
3a. entgegen § 54a Abs. 1 die Auskunft nicht, unrichtig, nicht vollständig oder nicht
fristgemäß erteilt, die Bücher oder Geschäftspapiere nicht, nicht vollständig oder
nicht fristgemäß vorlegt oder die Duldung von Prüfungen verweigert;
4. einer Rechtsvorschrift oder vollziehbaren schriftlichen Verfügung zuwiderhandelt,
die auf Grund dieses Gesetzes oder auf Grund von Rechtsvorschriften, die auf diesem
Gesetz beruhen, erlassen worden ist, soweit die Rechtsvorschrift und die vollziehbare
schriftliche Verfügung ausdrücklich auf diese Vorschrift verweisen oder
5. einer unmittelbar geltenden Rechtsvorschrift in Rechtsakten der Europäischen Gemeinschaft
über den grenzüberschreitenden Personenverkehr mit Kraftomnibussen oder über die Zulassung
von Verkehrsunternehmern zum Personenverkehr mit Kraftomnibussen innerhalb eines Mitgliedstaats,
in dem sie nicht ansässig sind, zuwiderhandelt, soweit eine Rechtsverordnung nach §
57 Abs. 1 Nr. 11 für einen bestimmten Tatbestand auf diese Bußgeldvorschrift verweist.
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro geahndet
werden.
(3) Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten
ist die Genehmigungsbehörde oder die von der Landesregierung bestimmte Behörde. Die
Landesregierung kann die Ermächtigung auf die zuständige oberste Landesbehörde übertragen.
In den Fällen des § 52 Abs. 3 Satz 2 ist Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs.
1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten das Bundesamt für Güterverkehr.
(4) In den Fällen des Absatzes 1 kann die Ordnungswidrigkeit auf der Grundlage und
nach Maßgabe internationaler Übereinkünfte auch dann geahndet werden, wenn sie im Bereich
gemeinsamer Grenzabfertigungsanlagen außerhalb des räumlichenGeltungsbereiches dieses
Gesetzes begangen wird.
IX. Übergangs- und Schlußbestimmungen
PBefG §§ 62 und 63
(weggefallen)
PBefG § 64 Andere Gesetze
(1) Durch dieses Gesetz werden die Vorschriften
1. des Straßenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1952 (BGBl. I S. 837) sowie die auf
Grund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften,
2. des Haftpflichtgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 4. Januar 1978 (BGBl.
I S. 145),
3. (weggefallen)
4. des Gesetzes über die Pflichtversicherung für Kraftfahrzeughalter vom 5. April 1965
(BGBl. I S. 213) und
5. des Gesetzes über die Haftpflichtversicherung für ausländische
Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger vom 24. Juli 1956 (BGBl. I S. 667) nicht berührt,
soweit sich nicht aus § 23 etwas anderes ergibt.
(2) Die Vorschriften des Gesetzes über Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs
von Bahnunternehmen des öffentlichen Verkehrs vom 7. März 1934 (RGBl. II S. 91) in
der Fassung des § 9 Abs. 4 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes vom 29. März 1951 (BGBl.
I S. 225) sind auf Straßenbahnen und auf Obusunternehmen mit der Maßgabe entsprechend
anzuwenden, daß zuständige Aufsichtsbehörde im Sinne des vorgenannten Gesetzes die
von der Landesregierung bestimmte Genehmigungsbehörde ist, und daß, wenn eine Straßenbahn
oder ein Obusunternehmen das Gebiet mehrerer Länder berührt, die von der Landesregierung
bestimmte Genehmigungsbehörde ihre Entscheidung im Einvernehmen mit der von der Landesregierung
des mitbeteiligten Landes bestimmten Genehmigungsbehörde trifft.
PBefG § 65
(Inkrafttreten, Aufhebung von Rechtsvorschriften)
PBefG § 66 Geltung im Land Berlin
Dieses Gesetz gilt nach Maßgabe des § 13 Abs. 1 des Dritten Überleitungsgesetzes vom
4. Januar 1952 (BGBl. I S. 1) auch im Land Berlin. Rechtsverordnungen, die auf Grund
dieses Gesetzes erlassen werden, gelten im Land Berlin nach § 14 des Dritten Überleitungsgesetzes.
PBefG Anhang EV Auszug aus EinigVtr Anlage I Kapitel XI Sachgebiet B Abschnitt III
(BGBl. II 1990, 889, 1105) - Maßgaben für das beigetretene Gebiet (Art. 3 EinigVtr)
- Abschnitt III Bundesrecht tritt in dem in Artikel 3 des Vertrages genannten Gebiet
mit folgenden Maßgaben in Kraft: 15. Personenbeförderungsgesetz in der Fassung der
Bekanntmachung vom 8. August 1990 (BGBl. I S. 1690) mit folgenden Maßgaben:
a) § 13 Abs. 4, §§ 46, 48, 49, 51 Abs. 3 und 5 treten am 1. Januar 1993 in Kraft.
b) Bis zum 31. Dezember 1991 gelten die in der Anlage zu § 2 Abs. 2 der Verordnung
über die Aufhebung bzw. Beibehaltung von Rechtsvorschriften auf dem Gebiet der Preise
vom 25. Juni 1990 (GBl. I Nr. 37 S. 472) aufgeführten staatlichen Preisregelungen für
den Straßenbahn-, O-Busund Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen als genehmigte Beförderungsentgelte
im Sinne von § 39 Abs. 1.
c) § 45a tritt am 1. Januar 1992 in Kraft.
d) Für Unternehmen, die bei Wirksamwerden des Beitritts zu genehmigungspflichtigen
Beförderungen berechtigt sind, gilt die Genehmigung bis längstens 31. Dezember 1991
als erteilt. Die Weiterführung des Unternehmens nach diesem Zeitpunkt setzt die rechtzeitige
Einholung der Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz voraus.
e) Genehmigungen, die Unternehmen gemäß § 3 der Verordnung über den gewerblichen Personenverkehr
vom 20. Juni 1990 (GBl. I Nr. 40 S. 574) erhalten haben, gelten bis zum Ablauf ihrer
Gültigkeit fort.
f) Genehmigungen für den Vertragsverkehr gemäß § 1 Abs. 1 in Verbindung mit § 2 der
Verordnung über den gewerblichen Personenverkehr vom 20. Juni 1990 (GBl. I Nr. 40 S.
574) gelten als Genehmigungen für Sonderformen des Linienverkehrs gemäß § 2 Abs. 1
Nr. 3 in Verbindung mit § 43 fort, soweit sie nicht auf Grund der Freistellungsverordnung
vom 30. August 1962 (BGBl. I S. 601), zuletzt geändert durch Verordnung vom 30. Juni
1989 (BGBl. I S. 1273), von den Vorschriften desPersonenbeförderungsgesetzes freigestellt
sind.
g) Anhängige Verfahren zum Bau oder zur Änderung von Betriebsanlagen fürStraßenbahnen
in dem in Artikel 3 genannten Gebiet werden nach demPersonenbeförderungsgesetz zu Ende
geführt, wenn eine abschließendeSachentscheidung vor Wirksamwerden des Beitritts noch
nicht ergangen ist.
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